Handspindel
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                  nemo-ignorat
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Ramses, der Kleine



Bobic, das Dickerchen 

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Färbebücher

Färbebücher: Kökboya

 

Kökboya. Naturfarben und Textilien
Harald Böhmer, Nevin Enez, Recep Karadağ, Charlotte Kwon
2002 REMHÖB-Verlag Dr. Harald Böhmer, Ganderkesee

ISBN 3-936713-00-6

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'Kök boya' kommt aus dem Türkischen und bedeutet wörtlich 'Wurzelfarbe' wird im Allgemeinen aber für 'Naturfarben' verwendet. 1960 reiste Harald Böhmer mit seiner Familie in die Türkei um an der Deutschen Schule Istanbul eine Stelle als Lehrer anzutreten. Über deren Direktor kamen seine Frau und er in Kontakt mit den alten Knüpfteppichen Anatoliens deren Farben als eski (alt) und kökboya bezeichnet wurden, womit sein Interesse an Naturfarben geweckt war. Als Chemiker interessierten ihn natürlich auch immer die chemischen Eigenschaften der Farben, und so enthält Kökboya auch viele Artikel in diese Richtung.

 

1981 gründeten Böhmer und seine Frau mit etlichen anderen (u.a. auch den Mitarbeitern des Buches) zusammen das DOBAG Projekt, an dem inzwischen über 20 Dörfer in Anatolien beteiligt sind. Dort werden Knüpfteppiche mit Naturfasern und Naturfarben hergestellt, die bestimmten Anforderungen entsprechen müssen. Außerdem ist das ganze genossenschaftlich organisiert und der Erlös aus dem Verkauf der Teppiche geht direkt zurück an die Genossenschaften und damit an die (meist) Frauen in den Dörfern.

 
Leider wird in dem Buch nur sehr wenig über das DOBAG Projekt berichtet (und ich ärger mich immer noch, dass ich die DVD des Projektes nicht in La Rochelle gekauft habe).

 

 

Kökboya ist nicht aus der Sichtweise eines Touristen geschrieben. Böhmers Betrachtungen über die Naturfarben insbesondere in der Türkei und den angrenzenden Staaten des Nahen Osten stammen aus jahrzehntelangen Reisen und Forschungen zu diesem Thema. Er hat eng mit Helmut Schweppe zusammengearbeitet und viele Informationen aus dem Raum Indien stammen von Charlotte Kwon von Maiwa.

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Diese Vorgeschichte konnte ich der ausführlichen Einleitung entnehmen, auf die ein Kapitel über die physikalische und historische Betrachtung von Farbe und Farben folgt. Böhmer beschreibt darin die Physik hinter Farben und Farbwahrnehmung ebenso wie die Bezeichnung für Farben in unterschiedlichen Sprachen und geht auf Farbsysteme ein. Der Farbkreis über das physikalische Spektrum hinaus ist nämlich nicht so eindeutig wie man vielleicht annehmen mag, sondern hängt von der Weltsicht des jeweiligen „Erfinders“ ab. Mit Vorsicht beschreibt er Goethes Farblehre näher um sie später in ein gewisses naturwissenschaftliches Licht zu rücken. Hat das menschliche Gehirn doch stellenweise spaßige Anwandlungen in der Optik. Man nehme nur den Simultankontrast, bei dem eine Farbe unterschiedlich wahrgenommen wird, je nachdem in welchem Farbumfeld sie sich befindet.

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Das darauffolgende Kapitel mit Fotos von unterschiedlichen naturgefärbten Textilien und einer genauen chemischen Beschreibung der Farben freut mich besonders. Im fünften Kapitel werden die einzelnen Methoden der Farbanalyse näher beschrieben. Leider fehlt mir ein wenig der Hinweis auf die Fehlbarkeit dieser Methoden, wenn man sich nur auf die chemischen und phsyikalischen Analysen verläßt. Da mein eigenes Wissen über diese Farbanalysen nur aus zweiter und dritter Hand stammt, benötige ich jemanden Erfahrenen, der mich auf diese Problematik aufmerksam macht. Diese Erfahrung fand ich bei Elizabeth Wayland Barber. Sie beschreibt nämlich in ihrem Buch über die Mumien von Urumchi, dass bei der chromatographischen Analyse der Textilien Purpurin und Brom gefunden wurden, was auf natürliches Schneckenpurpur hindeuten würde. Allerdings ist das nächste Meer in jede Richtung ca 2000 km von der Fundstelle entfernt. Schneckenpurpur hätte also von sehr weit her transportiert werden müssen. Nicht ungewöhnlich, wenn es sich um geringe Mengen gehandelt hätte, aber in größeren Mengen dann schon wieder unwahrscheinlich. Dann erinnerten sie sich daran, dass das Himalaya-Gebirge irgendwann einmal Meer war. Ist schon länger her, so ca. 40 bis 50 Millionen Jahre, eben noch bevor es durch den tektonischen Drift nach oben gefältelt wurde, aber es sind immer noch ausreichend Meeresspuren auf chemischer Ebene vorhanden, die die textilen Reste der Mumien durchdringen konnten. Also stammten die roten Farben mit ziemlicher Sicherheit nicht von Schneckenpurpur ab, sondern aus dem indischen Krapp (Rubia cordifolia), das im Gegensatz zum gewöhnlichen Krapp (Rubia tinctorum), der Alizarin und Purpurin enthält.

 

Im nächsten Kapitel werden Faserarten beschrieben, die für mich vor allen Dingen wegen so spannender Fasern wie Ananas, Manila-Hanf und Dayak Bast interessant waren. Und es gibt wunderschöne Fotos von Seidenschmetterlingen. Die Informationen über Textilarten (von Filz bis Gewebe) und deren Herstellung im darauffolgenden Kapitel sind fundiert und für eine solche Zusammenfassung doch recht ausführlich. Für mich als vorwiegend Spinnerin waren natürlich die (korrekten!) Erwähnungen und Beschreibungen einzelner Spindelarten besonders interessant.

 

Vor dem eigentlichen Hauptkapitel über die Färbepflanzen der Türkei gibt es noch eine kurze Einführung in die Naturfärberei, das Beizen und die chemische Analyse der Naturfarben.

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Über die nächsten Hundert Seiten werden dann Pflanzen- und Tierfarben aus der Türkei und dem Nahen Osten vorgestellt und nach ihrer Nutzung als Färbepflanze bewertet und eingeordnet. Es gibt Fotos oder Zeichnungen der Pflanze, wenn möglich Bilder der färbenden Pflanzenteile, die färbewirksamen Inhaltsstoffe werden aufgelistet, sowie die Methode des Färbens (Direkt-, Beizfärbung, Küpe), die Farbergebnisse und ob die Farbe lichtecht ist. Schließlich gibt es ein Kurzsystem, ob die Farbe in ihrer Verwendung empfohlen wird oder nicht.

 

Nehmen wir als Beispiel Alkanna. Die Extraktion mit Alkohol wird genau beschrieben, ebenso die spätere Färbung. Die Lichtechtheit wird als 'unzureichend' beschrieben und Alkanna wird daher von den Autoren als nur bedingt empfehlenswert für die professionelle Färberei eingestuft.

 

Bestimmte Pflanzen werden zwar teilweise oder auch genau beschrieben, aber wegen ihrer Giftigkeit als nicht empfehlenswert eingestuft, wie z.B. Digitalis-Arten. Obwohl sie ausreichende Mengen Luteolin (Hauptfarbstoff in Färber-Wau/Reseda) enthalten und damit ein lichtechtes Gelb erzeugen.

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Im vorletzten Kapitel wird schließlich näher auf das Färben an sich eingegangen. Obwohl Böhmer und seine Kollegen und Kolleginnen durchaus viele Jahre praktische und auch experimentelle Erfahrung mitbringen, landen wir hier wieder bei den üblichen 15-25% Alaun (von denen ich gar nichts halte) und Beizen mit Eisen- und Kupfersulfat (was ich immer ein bisschen bedenklich finde, zumindest das Kupfersulfat). Spannend ist seine Bemerkung, dass eine Nachbehandlung mit 3% Kaliumkarbonat (Pottasche, K2CO3) eine Farbvertiefung bei Wolle erreicht. Als Ersatz würde in der Türkei auch Aschewasser verwendet, weswegen der farbvertiefende Effekt wohl eher von dem hohen alkalischen Gehalt abhängig sein dürfte.

 

Wie immer sollten die Färberezepte also mit einem Schuss guten Menschenverstandes und eigener Erfahrung betrachtet werden.

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Ich hatte das große Glück, das Buch für unter 50 EUR zu bekommen, denn die knapp 130 EUR, die normalerweise dafür aufgerufen werden, waren mir immer zuviel. Im Großen und Ganzen ein wundervolles Buch, aber kein Ersatz für Cardon oder Schweppe (letzterer leider OOP und Cardon nur auf Englisch oder Französisch und beide nur selten unter 100 EUR zu bekommen). Die beschriebenen Pflanzen sind für unsere Bedürfnisse zu sehr auf die türkischen Färberinnen ausgerichtet um allgemein von Nutzen zu sein. Auch wenn natürlich einzelne Pflanzen problemlos bei uns wachsen und sogar heimisch oder bei uns erhältlich sind. Trotzdem ist die Beschreibung der Pflanzen hinsichtlich ihrer Färbekapazität und -verwendbarkeit durchaus interessant und hilfreich. Man wünscht sich mehr solche Bücher. Oder vielmehr wünschte ich mir, Dominique Cardon hätte ihre Bibel des Naturfärbens so übersichtlich gestaltet, denn die Informationen sind auch bei ihr enthalten … irgendwo … man muss sie nur finden. Irgendwas ist halt immer.

 

Ich denke, gerade für den Preis ist Kökboya eher ein Luxusbuch. Kein Muss, kein Grundwissen- oder grundlegendes Buch, es ist mehr als nur schön anzusehen, aber es ist zu spezialisiert um allgemein informativ zu sein. Ich freue mich, es günstig(er) gefunden zu haben und werde sicherlich immer wieder gerne in ihm lesen und nachschlagen, hätte aber auch gut ohne weiterleben und -färben können.

 

Handspindel 12.11.2011, 10.01 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Buchbesprechung: India Flint. second skin

India Flint. second skin. choosing and caring for textiles and clothing. Murdoch Books. 2011. ISBN 978-1-74796-721-0

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Über die letzten vier Tage hinweg hatte ich ein fesselndes, amüsantes und spannendes Lesevergnügen. India Flints Schreibstil ähnelt inzwischen dem von Elizabeth Zimmermann in A Knitter's Almanach und besonders in Knitting Around. Er ist biographisch durchsetzt, geschrieben in einer sehr persönlichen Sprache und voller praktischer Hinweise und Tipps und trotz allem sehr bodenständig.

second skin ist meiner Meinung nach eines dieser wenigen must-have Bücher wenn man seine Garderobe umwelt- und ressourcenverträglicher machen möchte. Natürlich sind viele Gedanken und Hinweise nicht neu, aber sie sind in second skin gut lesbar verpackt und in einem Buch konzentriert zusammengefasst. Das allein macht es so empfehlenswert.

Falls es tatsächlich jemanden in der Färberinnenwelt geben sollte, der India Flint noch nicht kennt: Sie ist die Autorin von eco colour: botanical dyes for beautiful textiles. 2008 erschienen und schon ein Klassiker. Denn in ihm beschreibt sie bundle dyeing, leaf prints, hapa-zome und all die anderen spannenden Färbemethoden, die über aufkochen, abseihen, Fasern reinwerfen, wieder aufkochen hinausgehen und war damit ähnlich einflussreich im Gebiet der Färberei wie Jude Hill es bei den Quiltern ist oder Elaine Lipson beim Definieren von Slow Cloth war.

Dabei ist second skin kein (reines) Färbebuch, soviel vorweg. Es ist ein Buch über Textilien, ihre Herkunft, die verwendeten Ressourcen, wie unsere schnellwechselnde Mode unseren Planeten und alle Lebewesen, die damit zu tun haben zerstört und wie man es für sich selbst anders, besser machen kann. Und vor allen Dingen aber geht es um die eigene Haltung Textilien und Mode gegenüber.

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Machen wir uns nichts vor. Die Kleidungsindustrie zerstört unseren Planeten in einem ähnlichen Maß wie die Herstellung industrieller Lebensmittel es tun. Wir essen und tragen Erdöl in Form von Kühen, Mais, Soja, Baumwolle, Kunstfasern und synthetischen Farben (um nur ein paar wenige Dinge zu nennen). So wie das billige Supermarktfleisch eines Rindes den Gegenwert von ca 100 bis 120 Liter Öl darstellt*, so funktioniert unsere schnelle Mode auch nur dank des beständig von der Petrochemie angetriebenen Erdölmotors. Dem gilt es entgegenzuwirken und Bücher wie second skin helfen dabei. (Vorausgesetzt man kann Englisch, das große Manko an all diesen Büchern.)

Nach einer allgemeinen Beschreibung von Fasern und ihrer Herstellungsweise, geht es um interessante Themen wie 'Wahl der Bekleidung' (Clothing choices Kap. 3), 'Zusammenstellung der Garderobe' (Planning your Wardrobe, Kap. 4), die 'Herstellung von Bekleidung' (Making clothes, Kap. 5), was sich bei ihr besonders auf Nähen bezieht, und dann die für mich am wichtigsten Kapitel wie 'Pflege der vorhandenen Kleidung' inklusive Waschanleitungen (Maintanance, Kap. 6), vorhandene 'Kleidungsstücke einem neuen Zweck zuführen' (Repurposed and repurposing fashion, Kap. 8), 'Flicken, Filzen und im Zweifel Stoffschnüre herstellen' (When all else fails, Kap 9) und natürlich 'Färben' (Dyeing as if life depended on it, Kap. 10). Dazu kommt eine Galerie, in der bekannte und weniger bekannte Textilkünstlerinnen vorgestellt werden. Natürlich findet sich Jude Hill dort wieder, ebenso wie Christine Mauersberger aber auch für Europäerinnen vielleicht unbekanntere Namen wie Emma Christie, Holly Story und etliche andere mehr.

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Optisch erinnert second skin an eco colours. Was durchaus Sinn macht, zeigen doch die meisten Bilder Werke von India Flint und die zeichnen sich einfach durch einen leicht wiedererkennbaren Stil aus. Die schöne Aufmachung und die qualitativ hochwertige Bindung lassen das Buch ebenso zu einem Lesebuch für Nachtisch wie ein repräsentatives Buch für den Wohnzimmertisch (coffee table book) sein. Womit dann auch wieder der relativ hohe Preis von kanpp 30 EUR gerechtfertigt wäre.

India Flint gehört zu den Handwerkspersonen, die mich mit am meisten beeinflusst haben und immer wieder neu inspirieren. Für mich steht sie in derselben Reihe wie Priscilla Gibson-Roberts, Elizabeth Zimmermann und Kaffee Fasset. Menschen, die anregen und kreativ verändern wollen und ihr Geld nicht allein dadurch verdienen, dass sie ein Anleitungsbuch nach dem anderen schreiben. In second skin schreibt India Flint voll aus meinem Herzen, auch wenn ich sicher nicht in ein paar Jahren rumlaufen werde wie eine kleinere Ausgabe von ihr. Denn reine gedankenlose Nachahmung ist nicht ihr Ziel. War es schon nicht bei eco colours und ist es wieder nicht bei second skin. Das Ziel ist Denken zu verändern, eine eigene Haltung zur eigenen zweiten Haut, unserer Kleidung, zu finden, die mit einem Leben auf diesem Planeten vereinbar ist. Es geht um ein bewussteres Erleben unserer näheren Umgebung und unseres eigenen Lebens. Und all das schafft sie in ihrem bodenständigen Stil ganz ohne Esoterik. Wofür ich ihr wirklich dankbar bin.

Da ich selbst nähe, fand ich natürlich besonders ihre Kapitel über die Pflege und das neu Aufbereiten von Kleidungsstücken spannend. Sie beschreibt hier Näh- und Flicktechniken, wie man unterschiedliche Materialien am besten wäscht, bzw warum es in den meisten Fällen gar nicht nötig ist zu waschen und sie stellt verschiedene Grundformen von Kleidungsstücken vor, die eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzen und beschreibt wie man sie am besten herstellt. Sie geht auf Fragen ein, wie viele Kleidungsstücke ein Mensch eigentlich wirklich braucht und bietet Hinweise, wie man seine eigene Garderobe am besten an die eigenen Bedürfnisse anpasst. Besonders spannend fand ich ihre Methoden wie man den besten Stil für sich selbst findet. Auch ihr Färbeteil bringt neue Erkenntnisse, auch wenn er natürlich nicht so ausführlich sein kann wie ihr letztes Buch eco colour. Es ist also für reine Färberinnen nicht ganz vergeudet. Wobei der Färbeteil natürlich nur einen sehr geringen Anteil am ganzen Buch hat.

Natürlich muss man bedenken, dass sie einen Idealzustand beschreibt, den auch sie nicht vollkommen erfüllt. Denn auch sie kauft immer noch neue Seide und neue Wollstoffe für ihre Theaterkreationen und reist vor allen Dingen mehrfach im Jahr durch die Welt, in der Regel – wie ich annehme – im Flugzeug. Ihr Zuhause hat sie auf einer australischen Farm mit Schafen, Hühnern und Pferden und einem alten Schmiedegebäude mit offenem Kamin, über dessen Feuer sie ihre Eukalyptus-Färbungen macht. Und ihre Eukalyptusblätter sammelt sie in der näheren Umgebung aus Windbruch. So wie ihr Kleidungsstil nicht auf alle Menschen übertragbar ist, so kann auch ihr Lebensstil nicht eins zu eins übertragen werden. Gerade für uns städtische Europäerinnen ist immer eine Transferleistung beim Lesen notwendig. Unsere bio-regionale Lebenserfahrung sieht einfach anders aus. Aber genau darum geht es eben. Eine eigene Beziehung zu unserer eigenen Bio-Regionalität zu unserem eigenen Lebensraum zu finden. Und India Flints Hinweise, Techniken und Ideen, die Anregungen anders mit unserer zweiten Haut umzugehen, können wir jederzeit auf unser Leben übertragen und einfließen lassen.

Ich bedauere es sehr, dass sich noch kein Verlag gefunden hat, der bereit ist beide Bücher übersetzen zu lassen. (Falls ein Verlagsrepräsentant hier mitlesen sollte: ich bin übrigens Übersetzerin von Hause aus und beherrsche aufgrund meiner jetzigen Tätigkeit das entsprechende Lexikon.)

Wer übrigens mehr Hintergründe über die Entstehung unserer Kleidung haben will und wie fast fashion überhaupt zustande kam, sollte Lucy Siegles Buch To Die For. Is Fashion Wearing out the World. 2009 lesen. Leider auch nur auf Englisch erhältlich.

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*Michael Pollan. The Omnivore's Dilemma. 2007 (auch auf Deutsch erhältlich)


Handspindel 04.08.2011, 08.53 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Färbebücher II: Sasha Duerr

Sasha Duerr. The Handbook of Natural Plant Dyes. Personalize your craft with organic colors from acorns, blackberries, coffee, and other everyday ingredients. Timber Press. 2010. ISB-13: 978-1-60469-071-2. 15 EUR

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Das Handbook of Natural Plant Dyes ist ein weiteres der neueren Färbebücher auf dem Markt. Sasha Duerr ist Mitgründerin des Permacouture Institute, einer non-profit Organisation, die sich vor allen Dingen der Umwelterziehung von Großstadtkindern widmet. Entsprechend finden sich in loser Reihenfolge in dem Buch Informationen darüber, wie man einen Färbegarten anlegt (in der Regel mit essbaren Färbepflanzen), wie man kompostiert, sich um seine Textilien kümmert und sich Inspirationen aus der Natur holt. Exkurse über Ecoliteracy und Local Color finden sich zwischen brauchbaren Färberezepten mit Allerweltspflanzenfarben aus diversen Gewürzen (allen voran natürlich Kurkuma), Kaffee und Tee, Zwiebelschalen, sowie Eicheln, Beeren und den Blättern verschiedener Bäume und Sträucher. Während Rebecca Burgess ihre gelb-beige Farbpalette durch Standardfarben aus Krapp, Indigo und Cochenille erweitert, greift Sasha Duerr ausschließlich auf Beeren und andere meist essbare Samen und Früchte oder Küchenabfälle zurück.

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Das ist im Rahmen ihrer Färbeexperimente mit Kindern durchaus verständlich. Aus einer einfachen Färbesession wird ein Ausflug in die Natur. Es werden Beeren gesammelt, gekocht und gegessen und mit ihnen gefärbt. Gerade Kinder aus so genannten Problemvierteln haben keine Eltern, die mit ihnen auf den Markt gehen oder in den nächsten Hofladen fahren. Sie erleben Umwelt und Natur meistens nur (verfälscht) aus zweiter Hand über das Fernsehen und den mickrigen Baum in ihrem Innenhof. Entsprechend ist es für sie ein wichtiges Erlebnis, was alles mit den Pflanzen in ihrer direkten Umgebung gemacht werden kann. Dass die Befriedigung von Grundbedürfnissen nicht allein einer anonymen Industrie überlassen werden muss, sondern man sich auch aus einfachen Zutaten, die man am besten noch selbst gesammelt hat, Essen zubereiten kann und Kleidung verschönern.

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Mir bereitet die Verwendung von guten Lebensmitteln zum Färben allerdings immer ein wenig Bauchschmerzen. Brombeeren oder auch Holunderbeeren sind für mich eine Leckerei, die ich nie und nimmer zum Färben verwenden würde. Einerseits. Andererseits haben gerade Beerenfarben und Kurkuma einen entscheidenden Nachteil beim Färben: sie sind nicht lichtecht und/oder waschecht. Kurkuma wird immer wieder gern genommen, weil es ungiftig in der Verwendung und leicht erhältlich ist, es ist ein Direktfarbstoff und das Gelb ist unschlagbar. Es ist allerdings so wenig lichtecht, dass man ihm beim Ausbleichen zuschauen kann. (Wir reden hier von Tagen, nicht etwa Wochen, Monaten oder gar Jahren.) Beerenfarbstoffe verblassen und verwaschen ebenfalls relativ schnell zu grau und sind schließlich nicht mehr erkennbar. 

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An sich habe ich auch kein Problem damit. Eine Färberin sollte letztendlich selbst darüber entscheiden, ob sie ein Erbstück herstellen will, das auch noch in 100 Jahren brilliant aussieht oder ob das beerengefärbte T-Shirt halt in 3-5 Jahren wieder neu eingefärbt werden muss. Aber ich erwarte von einem Färbebuch, dass diese Problematik thematisiert wird. Sasha Duerr erwähnt auf einer Viertelseite die Flüchtigkeit von einigen Farben, bringt in einem Nebensatz sogar Kurkuma als Beispiel, verweist dann auf die möglichen kreativen Elemente und das war's. Kein weiterer Hinweis bei den einzelnen Rezepten, keine Tabelle, nichts. (Rebecca Burgess hält diese Information übrigens auch nicht für wichtig, wie es scheint.) Mir ist das zu wenig.

Es scheint, je mehr in einem Färbebuch auf Umweltfreundlichkeit geachtet wird, je mehr es um Nachhaltigkeit und auch eine gewisse Langsamkeit des Erlebens und ein bewusstes Herstellen geht, desto weniger gelten die klassischen Aspekte der Licht-, Reib- und Waschechtheit einer Farbe. In meinen Augen ist das ein sehr bedauerlicher Trend.

Und bevor ich zu den deutlich positiven Aspekten des Buches komme, noch ein Punkt, der mich wirklich aufgeregt hat:

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Diese Bilderreihe erscheint auf fünf Seiten und ist ein einziges Ärgernis.

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Die Aufnahme ist die einer leicht viskosen Flüssigkeit in wahrscheinlich Wasser. Ich gebe zu, die Anordnung ist extrem ästhetisch und mir ist auch auf den ersten Blick nichts aufgefallen. Auf den zweiten Blick merkte ich dann, dass da etwas nicht stimmen kann und auf den Dritten stellte ich endlich fest was es war. Die Farbwolken sind identisch. Da dies physikalisch nicht möglich ist, wurden die vier hübschesten Farbwolken kopiert und die Farben später eingefügt. Bildbearbeitung auf ihrem Höhepunkt. Ich gebe zu, Fotografien von Naturfarben in Färbebüchern sind mein Lieblingsärgernis. Aber Sasha Duerr hat hier meines Erachtens wirklich großen Mist gebaut.

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Doch wenden wir uns den positiven Aspekten des Buches zu.

Ihre Farbrezepte sind tadellos. Sie beschreibt sehr gut unterschiedliche Methoden des Farbextraktion (Heißextraktion, Kaltextraktion und echte Solarfärbung mit einer Bauanleitung für einen einfachen Solarofen sowie Hapa-zome und sie ist sogar so ehrlich India Flint als Begründerin dieser Methode zu nennen). Ihre Ausführungen zu Beizen (sie verwendet nur Alaun und selbstgemachtes Eisensulfat) sind prima und ihre Ausführungen zu Pflanzen, die als natürliche Beizen verwendet werden können sind gut lesbar und einwandfrei. Ich mag Ihre Färbeideen und auch die Lockerheit, mit der sie einfach (und einfache) Klamotten einfärbt und ihnen so zu einem neuen Leben verhilft. Und auch das etwas bohemian Layout sagt mir optisch sehr zu.

Ich habe Sasha Duerr und ihre Kollegin Kately Toth-Fejel von der Londoner Niederlassung des Permacouture Institute auf dem ISEND gesehen und ihre Begeisterung, mit der sie sich der Umwelterziehung von Kindern in Problemvierteln widmen ist ansteckend. Ich mag ihre Arbeit und schätze, mit Abstrichen, auch das Buch. Wobei es deutlich kein Muss ist.

Ich denke, es könnte sogar etwas für Färbeanfänger sein, denn wie gesagt, ihre Färbetheorien und -methoden sind tadellos. Am besten wäre es aber etwas für Kindergärtner oder Grundschullehrerinnen, die mit den Kindern diese Experimente durchziehen können. Denn machen wir uns nichts vor. Die Entfremdung von jeglichem grundlegenden Wissen und die mangelnde Erfahrung mit allem was Natur anbelangt ist nicht ein rein US amerikanisches Phänomen und auch nicht auf Kinder der so genannten sozialen Brennpunkte beschränkt. Auch dem durchschnittlichen deutschen Kind fehlt dieser Bezug in den meisten Fällen.

Handspindel 11.07.2011, 11.36 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

neue Serie: Färbebücher

 

Rebecca Burgess. Harvesting Color. How to find plants and make natural dyes. Artisan. 2011. ISBN 978-1-57965-425-2. ca 17 EUR


Beginnen möchte ich meine neue Blogserie mit einem der neuesten Bücher auf dem immer stärker wachsenden Markt der Färbebücher. Rebecca Burgess war mir vor dem Buch schon als Macherin von fibershed* bekannt. Daher war ich sehr auf ihr Färbebuch gespannt.


  

Natürlich hat sie sich in Harvesting Color nicht nur auf die Färbepflanzen bezogen, die sie in ihrem fibershed-Umkreis finden kann. Das wäre selbst bei der Biodiversität Kaliforniens dann doch ein bisschen eingeschränkt geworden. Und so reiste sie durch die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika auf der Suche nach Färbepflanzen quer durch die Jahreszeiten. Sie traf sich mit mehreren Färberinnen, von den Rocky Mountains bis zu den mesas von Arizona und lernte von ihnen neue und alte Pflanzen und Färbtechniken kennen, wobei sie auch vor den Neueindringlingen unter den Färbepflanzen, wie Japanischem Indigo (Polygonum tinctorium) nicht halt macht.


  

Es ist ein Buch zum Stöbern mit vielen schönen, ästhetischen Bildern. Wobei man wie immer bedenken muss, dass alle Bilder in Färbebüchern nachbearbeitet sind und zum Teil relativ banale Farben erst durch die Umgebung wirken, in der sie präsentiert werden. Und seien wir ehrlich, in ihrer Farbpalette herrschen die Beige- und Gelbtöne deutlich vor.


Schon das Titelbild ist dahingehend programmatisch: Zinnien mit dem von ihnen gefärbten Strang dickem Wollgarns. Das für das Cover in der Farbe vertiefte Gelb (denn im Buch sieht dasselbe Bild deutlich weniger kräftig aus) der Zinnien wird durch das kräftige Rot der Blüten vervollständigt und wirkt so viel interessanter als es ist. Ähnlich sind auch alle anderen Bilder der gefärbten Garne. Man sieht nie ein Garn allein, sondern immer in Nachbarschaft mit den meist sehr bunten Pflanzen, von denen die Farbe stammt. Und alles in einer sehr schönen Umgebung.

 


 

Daran ist prinzipiell nichts auszusetzen. Ich sehe mir immer wieder gerne schöne Bilder an. Und ohne diese Bilder ließen sich die meisten Bücher heutzutage nicht mehr verkaufen. Trotzdem kriege ich dabei ein bisschen Bauchgrimmen. Denn Färbebücher haben etwas mit Kochbüchern gemeinsam: man will am Ende das rausbekommen, was man auf dem Bild sieht. Nun kann eine erfahrene Köchin das vielleicht auch noch hinbekommen, die eher normal erfahrene Köchin hat damit dann schon wieder Probleme. Und so aussehen wie auf dem Bild wird es ohnehin nie. Noch schlimmer ist es bei Färbebüchern, wo noch deutlich mehr Variablen hinzukommen. Unterschiedliche Wasserqualität, die Zinnien liefern dieses Jahr einfach kein schönes Gelb, sondern ein Graubeige, andere verwendete Wolle usw. Und selbst wenn die Zinnie dasselbe Gelb daheim liefert, das sie auch auf dem Bild zeigt, so bleibt es daheim dann ein einfaches, banales Gelb, das man auch mit allen möglichen anderen Pflanzen erreichen kann. Denn die Stimmung des Bildes fehlt. Das ist wie mit dem wunderbaren Wein, den man im Urlaub immer trinkt und der daheim einfach banal schmeckt. Farben und Geschmäcker sind eine sehr subjektive Angelegenheit, die viel mit Stimmung und Momenten zu tun hat. Daher schwanke ich bei dieser Art Bücher auch immer etwas.

 


 

Einerseits hat Rebecca Burgess ein sehr schönes, ästhetisches Färbebuch geschaffen mit auch sauberer Methodik und wenig Tamtam um die Rezepte. Andererseits begeht sie dieselben Fehler wie alle anderen auch. Sie gauckelt der Leserin eine Farbenwelt vor, die man so nur schwer erreichen wird. Und sei es allein, weil mein 60er Jahre Haus, in dem ich lebe, halt nicht die leicht nostalgische Atmosphäre einer Laura Ingells auf der Prärie hat.


 

Nichtsdestotrotz mag ich das Buch. Wie gesagt, die Färbeechnik ist sauber, die Texte gut und ich mag ihren Nachhaltigkeitsaspekt. Ich hoffe aus dieser Sicht noch etliche andere Färbebücher die nächsten Jahre in die Hand zu bekommen. Was mir aber am meisten gefiel war, dass Rebecca Burgess die erste Färberin ist, die auch einmal die chemischen Daten mitliefert, wie die Beizen und Zusatzstoffe unserer Färberei die Umwelt beeinflussen. Denn selbst die harmlosen unter den Metallsalzen, wie Alaun und Eisensulfat, schädigen besonders das amphbische Leben im Wasser. Amphibien und Fische sind unglaublich empfindlich gegen sogar kleinste Mengen aller möglichen Stoffe. Und Burgess rechnet aus, wie wenig Alaun schon ausreicht um Amphibien nachhaltig zu schädigen.

  

Sie beizt mit 0,5 ounces Alaun per 6 gallons Wasser. (Das sind umgerechnet 14,5 GRAMM Alaun auf 27 Liter Wasser!) Was auf 650 ppm = parts per million Alaun kommt. (ppm entspricht Milligram pro Liter. Also nicht wirklich viel.) Davon wird etwa die Hälfte von der Wolle aufgenommen. Was bedeutet, es bleiben im Wasser noch 325 ppm Alaun übrig, die einfach weggekippt werden. Leider reichen schon 0,06 ppm Alaun aus um eine Lethale Dosis von 50 % (LD50) zu erreichen. Dass heißt, die Hälfte der Frösche in einem Gewässer kann bei einer Konzentration von 0,06 Milligramm Alaun pro Liter über 24 Stunden getötet werden. Goldfische sind immerhin etwas widerstandsfähiger und benötigen 250 ppm Alaun, damit 50% der Population sterben.

  

Wir reden hier von unglaublich geringen Mengen. So gering, dass die bisherigen Empfehlungen seine restlichen Beizen und die Färbesude einfach so weit wie möglich zu verdünnen, einfach nicht mehr aussreichen. Ich denke, und das sehe ich als ein großes Plus dieses Buches an, wir müssen dahingehend auch im Hausfärbebereich deutlich umdenken. Ich verwende inzwischen eigene Töpfe nur für die Beizen und die werden einfach immer mal wieder mit Alaun bzw den entsprechenden anderen Beizen, aufgefüllt. Ausgewrungenes Beizwasser landet wieder in dem Topf. Und wenn der Flüssigkeitsspiegel zu sehr sinkt, wird mit Wasser wieder aufgefüllt. Ein relativ geschlossenes System eben. Und eine ähnliche Empfehlung gibt auch Rebecca Burgess.

 


 

Ansonsten: Harvesting Color ist ein spezifisch amerikanisches Buch. Zu jeder besprochenen Pflanze gibt es eine Verbreitungskarte Nordamerikas. Sicherlich wachsen auch einige dieser Pflanzen hier. Sei es nun weil zB Walnuss einfach ein Baum ist, der sich über die gesamte nördliche Hemisphäre verbreitet hat oder sei es weil die Kermesbeere (pokeweed/pokeberry oder Phytolacca americana) schon im 18. Jht in Südeuropa eingeführt wurde und nun zumindest bis in unserem Raum als wirklich aufdringlicher Strauch wächst. Aber die meisten Pflanzen leben einfach irgendwo auf dem nordamerikanischen Kontinent. Diese Konzentration auf Nordamerika sei ihr als amerikanischer Autorin nicht nur zugestanden, sondern es macht auch Sinn. Sie will das regionale betonen. Die regionalen Färbepflanzen fördern und den Blick auf das Lokale wieder stärken. Allerdings bedeutet das auch für uns Europäerinnen, dass dieses Buch nur bedingt geeignet ist. Die allgemein nützlichen Hinweise und spannenden Aussagen lassen sich auf wenige Seiten zusammenfassen.

 


 

Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich a) mir anscheinend alle Färbebücher kaufen muss, die mir in die Finger kommen und b) ich Rebecca Burgess' fibershed Idee mag. Außerdem bin ich immer wieder aufs Neue gespannt, was so ein neues Färbebuch an frischen Ideen bringt. Es lohnt sich allerdings definitiv nicht für die Anfängerin und auch die fortgeschrittene Färberin wird nur wenig Nutzen aus dem Buch ziehen, es sei denn sie will in die USA auswandern. Ein solches Buch wünschte ich mir für Europa.

   

*Mit dem Projekt fibershed möchte sie ein Jahr lang sich nur in die Dinge kleiden, die sie in einem Umkreis von 150 Meilen um ihre Basis herum findet. Zu ihrem Glück lebt sie in Kalifornien und so findet sie in diesem Umkreis nicht nur Bio-Baumwollfarmen mit angeschlossener Spinnerei und Weberei, sondern auch Alpaka, Angora, diverse Schafherden und sogar Kaschmir und Llamas. Ganz ehrlich, bei der Diversität hätte ich auch kein Problem damit mich nur in das zu kleiden, was ich im Umkreis von rund 250 km um mein Haus herum fände. Aber lassen wir das einmal im Raum stehen. Das Grundkonzept der fibershed und auch ihres Buches ist gut. Es geht vor allen Dingen um Nachhaltigkeit und den Versuch möglichst von dem globalen Handeln wegzukommen, dass uns und unsere Umwelt im großen Maße zerstört und wieder regional zu denken.

 


 

Handspindel 07.07.2011, 09.29 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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