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Blogeinträge (themensortiert)
Thema:
Make Love Not War
Eigentlich geht mir Valentinstag normalerweise ziemlich am Hintern vorbei. Doch dieses Jahr mach ich mal ne Ausnahme. In Judes Modern Boro-Klasse zeigte sie eine Technik zum 3D-Stoffweben, die mich ziemlich anmacht. Um die Technik mal auszuprobieren, kriegt nun heute also eine liebe Freundin ein Herzchen ;o)
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Die Stoffe stammen alle noch aus meinen Procion MX-Zeiten. Ich färbe zwar inzwischen nicht mehr mit synthetischen Farben, aber es sind noch ausreichend gefärbte Stoffe aus dieser Zeit vorhanden. Der dickere Baumwollstoff stammt von einer Baumwolldecke, die mein Vater aus dem Feldlazarett mitbrachte. Er war als junger Mann von 21 von einer Artilleriegranatte getroffen worden, die ihm das linke Bein abriss.
Eine Lehre, die er mir als kleinem Kind immer vermittelt hatte war:
Krieg ist böse.
So einfach ist das.
Ich fand es passend Fragmente dieser Decke in ein solches Kissen einzubauen.

Handspindel 14.02.2012, 09.25 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
stoffweben oder modern boro
Für alle, die sich fragen wo und womit ich mich im Moment rumtreibe:
hier ;o)
Dank Judes Inspiration, Information und Hinweisen bin ich wie gestört am Nähen im Moment. Und weil die Truppe von Judes Online Class halt alles auf Englisch macht, habe ich mich schnell dazu entschieden ein rein englischsprachiges Blog über meine Erkundungen in Stoff zu eröffnen.
Als Appetittmacher hier ein paar Bilder:
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Handspindel 29.01.2012, 21.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL
der januar bisher
ich weiß, gutes bloggen wäre, wenn ich alle paar wenigen Tage ein paar Bröckchen unter das Volk werfen würde. Einigen wir uns einfach darauf, dass ich keine gute Bröckchenwerferin bin und es daher nun einen langen Eintrag über die bisherigen Betätigungen im Januar gibt ;o)
2nd Hand-Fund:
ich leide seit nunmehr Jahren unter dem Mangel eines Mantels. So ein richtiger Wollmantel, der bis knapp ans Knie reicht (in längeren Mänteln wirke ich noch kleiner als ich ohnehin schon bin), ausdauernd und haltbar ist und mich vor allen Dingen warm hält. Mehrere 2nd Hand Fehlkäufe später, trug ich mich schon mit dem Gedanken einen solchen Mantel selbst zu nähen, fand keinen Stoff, der mir zusagte, wollte den Stoff selber weben usw usf ... bis mir nun ein 2nd Hand Fund in dem beliebten Onlineauktionshaus in die Finger kam.
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Irischer Tweed, Fischgrätköper, gefertigt in Frankreich (Elsaß), stammt dem Schnitt nach ca aus den 50er spätestens 60er Jahren und passt wie angegossen. Es ist der erste Mantel, den ich gerne trage, in dem ich mich wohlfühle und den ich als schön (auch an mir) empfinde. Und es ist ein echter Wollmantel, vintage, 2nd Hand. - Und ja, für mich ist 2nd Hand eine Auszeichnung, ich versuche möglichst wenige neue Kleidungsstücke zu kaufen um Ressourcen zu schonen. (OK, ich versuche ohnehin so wenige wie mögliche Kleidungsstücke zu kaufen, aber das ist eine andere Sache.)
Im Detail sieht man, dass der Stoff aus Einfachfäden gewebt wurde.
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Eines der Knopflöcher war ausgerissen, so dass ich die Fäden und das Gewebe sehr gut untersuchen konnte. Die Kette und der Schuss bestehen aus robusten Einfachfäden, die wahrscheinlich nach dem Handspinnen (die charakteristischen Ungleichmäßigkeiten des Handspinnens sind deutlich erkennbar) etwas gewalkt wurden um ihnen mehr Fülle und Stabilität zu verleihen. Das Gewebe selbst wurde nicht oder zumindest nicht deutlich gewalkt, dazu sind die Einzelnen Schuss- und Kettfäden noch zu gut erkennbar.
Interessant sind auch Verarbeitungsdetails wie der untere Saum:
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Die Kanten, die keine Webkanten sind, wurden mit Schrägband eingefasst.
Ich bin überglücklich diesen Mantel gefunden zu haben. Zum einen ist er ein handwerklicher Schatz und zum anderen habe ich nun endlich einen Mantel. (Und nein, ich habe kein Arm und Bein dafür lassen müssen.)
Der Beste Ehemann von Allen wollte dann übrigens auch einen. Für ihn habe ich auch etwas hübsches 2nd Hand gefunden. Nun sind wir ausgestattet.
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Selbstgemacht habe ich natürlich auch einiges
Weil ich die letzten beiden Winter immer so an den Oberschenkeln und meinem Hintern gefroren habe, musste nun endlich ein Hüftwärmer/Rock her.
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Gestrickt nach Augenmaß aus gröberer zweifädiger handgesponnener Wolle. Es dürften mehrere unterschiedliche Garne sein, denn stellenweise gibt es eine leichte Streifenbildung in unterschiedlichen Ecrutönen. Das Garn habe ich beim Aufräumen gefunden. Da ich das Teil brauche um mir im Wald nicht den Hintern abzufrieren, war mir die Optik egal. Ich trage es über die Jeans unter dem Mantel und es wärmt. Damit erfüllt es alle Zwecke, die es soll.
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Das nächste Strickstück ist auch eher rustikal für den Wald gedacht. Ein Raglan von Oben. Gestrickt ohne Anleitung und da mir diese ganzen Formeln bei den RVO-Rechnern nur Kopfschmerzen bereiten auch nach Augenmaß. Sprich MaPro gestrickt, gemessen, ausgerechnet und losgestrickt. So etwas unterhalb der Brust habe ich dann endlich verstanden wie dieses Ding funktioniert. Was prima war, denn nun kann ich mir noch einen stricken, der vielleicht nicht diesen leichten Wulst vorne bildet ;o) Ich frage mich, warum diese ganzen RVO-Leute einem nicht einmal ein einfaches Bildchen mitliefern können und vielleicht in einfachen Worten ohne Formel erklären können um was es geht? Aber nun habe ich es ja selbst kapiert und untragbar ist er nun auch nicht.
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Das Garn war mir auch beim Aufräumen in die Hände gefallen. Irgendeine Mischung, zum Teil wohl Islandwolle, relativ dick versponnen, nicht gerade die Kuschelvariante, noch leicht mit Lanolin behaftet und für den Wald optimal. Die Ärmel sind 2/3 lang, denn die normallangen Ärmel schubse ich ohnehin immer nach oben und draußen ziehe ich immer lange Stulpen drunter.
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Erinnert ihr euch noch an die Wollmeisengarne? Die ersten Socken daraus sind fertig.
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Typische Stinos mit Ringeln, sehr cool - ich liebe Ringel. Wie eigentlich alle meine Socken, gestrickt von den Zehen an. Und, man sehe und staune, zwei gleiche ;o)
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Es war einmal eins, zwei, viele UFOS
Der Januarworkshop der OLG ist eine UFO challenge. Sprich, kein Workshop im eigentlichen Sinne mit Tutor und festem Programm, sondern einem Themenbereich, der in die Runde geworfen wird. Seit erstem Januar geht es also um UnFinished Objects. Achja, Tutor der Challenge bin übrigens ich. Als Beispiel für meine UFOS wählte ich eine Weste, mein Sorgenkind Sommermantel und meinen Patchworkquilt. Die Weste wurde als erstes fertig. Ihr fehlte nur noch der passende Verschluss. Ich wusste sogar nachdem sie schon Monate auf der Schneiderpuppe verbrachte endlich wie ich sie verschließen wollte, aber der rechte Verschluss war nicht vorhanden. Da bekam ich von einer Freundin zwei Knöpfe geschenkt:
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diesen hier und denselben noch einmal in etwas größer.
Und es waren genau die beiden Knöpfe, auch eben in der unterschiedlichen Größe, die mir für die Weste gefehlt hatten.
Nun sieht sie so aus - und an meinem Körper sogar noch besser ;o)
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Leider ist diese Schneiderpuppe eine Nummer zu groß für mich und meine Klamotten, deswegen passt die Weste nicht so genau. Aber die passende Schneiderpuppe steht im Wohnzimmer, wo ich im Augenblick überhaupt kein Licht habe. Zumindest kein passendes Licht zum Fotografieren.
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Das nächste UFO, an das ich mich machte, war der Mantel. Der sah im Original so aus:
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das war vor etlichen Jahren. In der Zwischenzeit merkte ich, dass ich ihn einfach nicht trage, entfernte die Ärmel, färbte ihn um und dann sah er so aus:
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Und dann fehlte mir Inspiration. ... Ich nahm ihn immer wieder in die Hand, mäkelte gedanklich etwas an ihm rum und legte ihn wieder weg. Die UFO challenge der OLG brachte mich immerhin dazu mich mal wieder mit ihm zu befassen. Und während ich den rustikalen RVO strickte, sah ich mir mal wieder Hercules an ;o) Ja, ich weiß, kitschige Geschichten und die Prügelszenen erinnern mich immer etwas an Power Ranger. Aber, die Kostüme wurden damals von der unvergleichlichen Ngila Dickson gemacht (und ich mag das Weltbild, das in Hercules und Xena vertreten wird). Ngila Dickson bekam zusammen mit Richard Taylor von Weta einen Oscar für die Kostüme im Lord of the Rings. Bei Hercules verfügte sie zwar noch nicht über das Heer der Näherinnen und das entsprechende Budget, aber sie war auch damals schon genial im Umgang mit ethnischen Stoffen und einfallsreichen Kostümen. Und durch sie bekam ich die letztliche Inspiration, die mir fehlte um an dem Mantel weiterarbeiten zu können.
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Mehr Mut zu Farbe. Alle Stoffe sind mit Pflanzenfarben gefärbt, Die Ärmel sind nun schmaler und es gibt einen Kragen. Es fehlt nun zwar mal wieder ein Verschluss, aber ich habe schon eine Idee und die passenden Verschlüsse dazu, mal sehen, ob es auch so passt. Die applizierten Scheiben werden wohl mit dem Waschen noch etwas zusammenschrumpfen und besser zum gesamten Outfit des Mantels passen. Ich bin jedenfalls nun deutlich zufriedener mit ihm und dank der kleinen Veränderungen fühlt er sich auch tragbar für mich an.
Danke Ngila Dickson ;o)
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Was noch fehlt
Ein Bild von dem Freizeithemd, das ich dem besten Ehemann von allen noch genäht habe. Natürlich wieder mit der Hand, ich glaube ich gebe dem Kellerkind noch ein paar Wochen und wenn ich sie dann nicht deutlich häufiger verwende, wandert sie wohl dann doch wieder in den Keller. Irgendwie schaffe ich das mit dem Nähen auf der Maschine einfach nicht. Dafür sind meine Hände da ;o)
Bild des Hemdes wird nachgereicht.
Handspindel 21.01.2012, 12.47 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Kellerkind
Mit der Hand nähen ist prima. Ich kann es überall machen, es nimmt wenig
Platz weg und sieht man von gelegentlichen Flüchen ab, wenn ich mir mal
wieder die Nadel in den Finger gerammt habe, ist es auch leise. Aber es
hat einen entscheidenden Nachteil: Lange gerade Nähte machen einen
wahnsinnig. Näh einfach mal bei einem Quilt eine knapp 2m Naht. Mit der
Hand. Gerade. Einfach so. Und du weißt, was ich meine. Laaaangweilig.
Ja, ich habe auch eine elektrische Nähmaschine. Eine liebreizende
Husqvarna Viking 2000 aus den 1970ern. Aus Sinterstahl, wiegt ungefähr eine
Tonne und ist stabil wie eine Traktor. Im Verhältnis zu letzterem auch sogar
relativ leise, aber mir immer noch zu ratterig. Weswegen ich sie
eigentlich leider nie benutze. Ich erwähnte bereits ich mag ratterige Maschinen nicht. Eigentlich mag ich überhaupt keine Maschinen, die Krach machen. Ich mag ja auch Fahrräder lieber als Autos.
Aber da waren dann noch die langen, geraden Nähte.
Also holte ich dieses Kellerkind wieder hoch:
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Madame ist nicht mehr die Jüngste und sie kann vor allen Dingen eines: geradeaus nähen. Nicht mehr und nicht weniger. Angetrieben wird sie über ein Fußpedal, im Moment sogar leiser als mein Spinnrad (das klackert und ich finde den Grund nicht *nöhl*) und ich schleppe sie schon seit fast 25 Jahren mit mir mit. Sie ist einer der wenigen Gegenstände in meinem Besitz, die alle 20+ Umzüge der letzten 25 Jahre mitgemacht hat. Selbst mein Klavier ist irgendwann zu einer anderen Adresse gewandert.
Zugegeben, lieber wäre mir eine handbetriebene Maschine, denn so steht nun noch ein Gerät mit eigenem Tisch in meinem Wohnzimmer rum ;o) Aber a) habe ich die nun und habe b) keine Lust nochmal Geld auszugeben für eine alte Handbetriebene von der ich nicht genau weiß, ob sie funktioniert und c) kommen wir noch durch, schaffen es noch auf's Sofa und der DVD Monitor ist auch noch frei ;o)
Das Schöne an dieser alten und sehr einfachen Technik ist übrigens, dass ich sie an zwei Stellen großzügig öffnen und säubern kann.
Handspindel 17.10.2011, 12.10 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
If you can't explain it simple, you don't understand it well enough - Albert Einstein
If a thing's worth doing, it's worth doing it well.
Do what you can, with what you have, wherever you are. - Theodore Roosevelt
meine flickr Bilder
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