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Slow Craft, Nachhaltigkeit I

seit einigen Jahren (nun auch schon um die 15) geistert nun der Begriff "slow food" durch die Gegend. Gemeint ist damit Nahrung, deren Bestandteile möglichst entweder selbst angebaut werden oder die wenigstens regional produziert worden sind und die man sich selbst zubereitet. Der Grundgedanke dabei ist, sich wieder auf die Jahreszeiten zu besinnen und saisonal, regional einzukaufen damit die eigene Nahrung möglichst wenig Kilometer verbraucht, Massentierhaltung entgegengewirkt wird, die Sinne geschärft werden und die heimische Küche unterstützt wird und damit man (das kam dann etwas später hinzu) möglichst wenig CO2 produziert.

Inzwischen gibt es ganze "slow movements", "slow cities" (Italien ist hier ganz groß, dort wurde auch der Begriff "slow food" geprägt) und "slow" sonstirgendwasse. Letztes Jahr kamen dann noch die LOHAS dazu und man sieht schon den neuesten Marketinggedanken dahinter.

LOHAS bezeichnet einen "Lifestyle of Health and Sustainability" und bedeutet letztendlich "ökologisch Leben durch ökologisches Einkauf". Mit Betonung auf "Kaufen". Schluss mit der Selbstkasteiung, wir wollen genießen und konsumieren und trotzdem unser schlechtes Gewissen beruhigen. Kein Wunder, dass die entsprechenden Internetseiten auch eher Einkaufsführern ähneln und schicke, junge Menschen in entsprechender schicker Kleidung in schicker Umgebung zeigen. "Moralische Hedonisten" werden sie in einem taz-Artikel genannt, aber auch "Trend Opportunisten". Man wird sehen, was in ein paar Jahren von dieser "Bewegung der Individualisten, die über den Geldbeutel bestimmen" ("Ich kaufe also bin ich Bestimmer") übrig geblieben sein wird. Persönlich stehe ich diesem "Lebensstil" etwas skeptisch und zerrissen gegenüber. Aber dazu später noch mehr.

Und nun stieß Red Thread Studios letztes Jahr im Dezember eine Diskussion über "slow cloth", "art cloth" und "slow craft" im Allgemeinen an, die durch einen entsprechenden Artikel bei Sharon B What is slow cloth? einen kleinen Rumms durch einige amerikanische Blogs machte und mich seitdem nicht mehr losläßt.

Einen Teil dieses Blogs möchte ich daher diesen Gedanken und dieser Diskussion widmen (sofern denn eine zustandekommt und ich nicht Monologe führe, für die ich bekannt bin^^)

Einige Links dazu:
slow food Deutschland
LOHAS Deutschland
slow movement

Handspindel 09.06.2008, 19.53

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