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Slow Craft - Entschleunigen III

Was Gudrun in ihrem Kommentar geschrieben hat, hat mir unglaublich gut gefallen. Man solle sich der Dinge, die man tut, bewusst sein bzw bewusst werden, "entschleunigen". Gerade dieser Begriff fehlte mir bislang, wird doch bis dato diese Diskussion hauptsächlich auf amerikanischen Seiten betrieben. Danke dir dafür.

Die Bewusstwerdung des fabrizieren und des Umgangs mit den Materialien hat mich an ein altes Sprichwort erinnert, das mir die Tage bei durchblättern eines wirklich alten Stickbuches mal wieder in die Augen gefallen ist:
 If a thing's worth doing, it's worth doing well ... oder auf Deutsch: was du tust, tu es richtig.

Ich denke, wir vergessen manchmal dieses große Glück in dem wir leben. Wir müssen unsere Handarbeit nicht aus den Grundbedürfnissen heraus ausüben gewärmt und bedeckt, gekleidet und geschmückt zu werden, sondern wir können sie ausüben aus Liebe zur Materie, aus Freude an der Tätigkeit und ja, vielleicht sogar auch aus Langeweile. Wird ein Pullover nicht heute fertig, so dann morgen, aber wir müssen in der Zwischenzeit nicht nackt rumlaufen und frieren. Entsprechend können wir uns für das Ding die Zeit lassen, die das Ding benötigt.

Handspindel 11.06.2008, 07.41 TB | PL | einsortiert in: slow craft/Nachhaltigkeit

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Kommentare zu diesem Beitrag

3. von Jule

Hallo,
weil ich mich dafür interessiere, daß Spinnen zu lernen, bin ich auf Deinen Blog gestoßen und bei diesem Post hängen geblieben. Ich habe mich soo sehr darin wiedergefunden. Häufig kann ich es gar nicht abwarten, etwas fertig zu bekommen, weil mein Kopf wieder vor ganz neuen Dingen schwirrt. Dabei vergesse ich oft, die richtige Freude an dem zu haben, was ich gerade stricke. Werde mal versuchen mich heute ein wenig zu entschleunigen. Danke für den Post.
LG Jule

vom 13.06.2008, 13.46
2. von Bettina

entschleunigen find ich auch ein gutes wort! wobei mir gerade beim surfen durch verschiedene blogs noch diverse "oddities" auffielen: macht es sinn, um die wette zu stricken und "gemordet" zu werden, weil man nicht schnell genug war? und wieso findet man auf so vielen blogs listen, wieviel stash man in diesem jahr oder monat schon verbraucht hat - oder listen ueber all die sachen, die man fertiggstellt hat? muss man ein minimum erreichen, um in der bloggerwelt "wer" zu sein? fuer mich zaehlt ja eher das aussehen des ergebnisses als wieviel stash ich damit verbraucht habe (dass ich viel habe, weiss ich auch so - aber solange ich noch nicht in meiner wolle zusammengerollt schlafen muss, ist noch platz ueber, oder? :) ). verkehrte welt - da macht man etwas per hand, um was besonderes zu haben - und gleichzeitig versuchen manche scheinbar, schneller zu sein als alle anderen - wo bleibt da der genuss???

vom 13.06.2008, 11.16
1. von gudrun

Guten Morgen,
ich nochmal...beim Aufstehen heut morgen fiel mir zu dem Thema noch ein:
"Gut Ding will Weile haben" :D .
lg gudrun
die einer langsam köchelnden Alkanafärbung zuguckt

vom 11.06.2008, 09.19