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His Dark Materials

Am Wochenende sind GöGa und ich endlich mal dazugekommen The Golden Compass anzusehen. Die Bücher hatte ich mir vor zwei Monaten bei audible geholt gehabt, in der ungekürzten Version mit unterschiedlichen Sprechern gesprochen und gelesen von Philip Pullman selbst. Angeregt dadurch legten wir uns auch die Bücher zu, damit GöGa sie auch lesen kann (er fährt nicht so auf Hörbücher ab). Und nun sahen wir also auch den Film. Zu den Büchern habe ich schon eine sehr eigene und nicht zwangsweise positive Meinung. Sie gefallen mir an sich sehr gut und die dort vertretenen Ansichten zu Religion(en) und Kirche(n) entsprechen durchaus meinen eigenen, aber der Stil ist mir zu direkt, zu klar durchschaubar, zu CS Lewis. Letzteres ist nichts Neues, etliche Kritiker meinen, Pullman habe His Dark Materials als einen Gegenentwurf zu den Narnia-Chronicles gesehen. Der messianische Aspekt, die kritische Auseinandersetzung mit der bestehenden Kirche, die Reisen durch Parallelwelten, Kinder, die vor erwachsenen moralischen Entscheidungen stehen usw, das sind alles Motive die durchaus aus Narnia stammen könnten. Mein Problem ist, dass mir Narnia schon immer zu allegorisch war. Egal welche Aussagen letztendlich getroffen werden, ich bin kein großer Freund von Allegorien. So sehr ich Dryden mag, aber ihr glaubt nicht, wie ich mich durch The Hind and the Panther kämpfen musste.

Ähnlich ging es mir nun auch mit His Dark Materials und so kämpfte ich mich dann ab der zweiten Hälfte des zweiten Buches nur noch durch und war letztendlich nur noch froh es geschafft gehabt zu haben. Thematisch gefällt es mir gut, ich kann mich sehr mit den Aussagen identifizieren, aber der Stil geht mir einfach nur auf die Nerven.

So war ich denn auch gespannt, was New Line Cinema nun aus dem Stoff gemacht hat und wurde bitterlich enttäuscht. Es trat der Harry Potter-Effekt ein. Optisch brilliant, die Schauspieler zum Teil wirklich gut und auch die Kinderschauspieler (von denen ich normalerweise auch nicht so begeistert bin) wirklich gut und nicht nur mit Potential behaftet, aber die Erzählung war eine Aneinanderreihung von Best of-Szenen. Teilweise komplett aus dem Zusammenhang gerissen, so dass nicht einmal Leser des Buches eine Ahnung hatten, wie sich das nun ereignet haben könnte.

Alles in allem wirklich eine Enttäuschung und definitiv kein Film, der so schnell auf DVD bei uns landen wird.

Handspindel 02.07.2008, 07.31

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