
und
textile accessoires

.
English-only Blog: nemo-ignorat bei Typepad
.
Meine beiden Blogwächter
Ramses, der Kleine

Bobic, das Dickerchen
doodle Sonntag

ich hatte mal wieder Lust zu Krakeln ;o)
Handspindel 01.04.2012, 21.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Medien
blau
Alles habe ich noch nicht gebügelt geschweige denn fotografiert. Wahrscheinlich werde ich am Schluss der Färbesession einfach mal ein Bild des großen Haufen machen um zu zeigen wieviele Meter Stoff gefärbt wurden ;o) So gibt es nun ein paar ausgewählte Bilders. Apropos fotografieren. Indigo ist ziemlich schwierig zu fotografieren durfte ich feststellen. Die Farben sind im wirklichen Leben schon einen Ticken dunkler.
.

.
zwei gehäkelte Käppis für meinen rothaarigen Mann als Sonnenschutz für sein sich immer weiter ausdünnenes Haupthaar. Die Käppis sind aus mehrfach genommenem Leinengarn und in dem pre-reduced Indigo gefärbt.
.

.
aus dem gleichen Garn habe ich testweise einen Schal gestrickt. In unterschiedlichen Nadelstärken um zu sehen, wie das Strickbild mir dann am besten gefällt und ihn dann mit Kabelbindern (es gibt diese Teile zum wiederverwenden) abzubinden. Definitiv ein Experiment das ich wiederholen werde.
.

.
Erinnert ihr euch noch an die Halstücher, die wir so in den Anfang 80ern getragen haben und die abgebunden gefärbt wurden? Aus Mullwindeln? Irgendwo in meinem Vorrat habe ich noch so eine alte Windel gefunden. Abgebunden mit diesen flachen Holzverbindungen für Nut- und Feder-Bretter. Das offene, weiche Gewebe nimmt die Farbe gut auf.
.

.
das hier gefällt mir besonder gut. Ein Stück altes Damasttischtuch. Die Färbung sieht ein bisschen aus wie ein Fluss oder wie Blattadern. Eigentlich wollte ich es als Teil eines Vorhangs nehmen, aber ich denke, ich werde ihm einen besonderen Platz in einem Quilt einräumen.
.

.
das obere Tuch ist Wollgeorgette und das untere besteht aus unterschiedlichen Leinenstücken. Beide wurden in derselben Küpe gefärbt. Allerdings lag der pH Wert am Anfang als ich die Küpe wiederauffrischte bei etwa 9,5, so dass ich erst die Wolle färbte )(in 5 dips) und dann mit Hilfe von Soda den pH Wert auf 10,5 erhöhte um dann das Leinen drin zu färben. Die Wolle ist im wirklichen Leben eher ein aquatisches dunkleres blau. Mal sehen, ich will mir ein Oberteil draus nähen, ob ich es dann besser fotografieren kann.
.

.
diese hier nenne ich Blauverschiebung ;o) Sie haben was, finde ich *g* Sockengarn mit Ramie von S&S, gradierend gefärbt.
.
achja und wer auf den Timestamp schaut und feststellt, dass wir nun schon 2 in der Nacht (durch) haben und sich wundert was ich Lerche um die Zeit noch am Compi mache: Ramses wurde gestern früh kastriert und ich bin die zweite Hälfte der Nachtwache damit er sich das Pflaster nicht abreißt.
Handspindel 17.03.2012, 02.17 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Farben / Dyeing
und es ist mal wieder...
Ich wünsche uns Frauen auf das Allerherzlichste einen schönen Weltfrauentag. Ein Tag, der ohne Kommerz im Sinn für die Rechte der Frau (und - laut UN - für den Weltfrieden) schon seit über 100 Jahren begangen wird.* Ein politischer Tag. Und das ist gut so.
Lasst es euch gut gehen und steht eure Frau. Steht jeden Morgen mit dem Bewusstesein auf, dass ihr eine schöne Frau seid und euer Körper euch gehört. Und nicht den Size-Zero-FanatikerInnen, die uns anderes erzählen wollen. Immer dran denken, es gibt 3 Milliarden Frauen auf der Welt und nur 6 Supermodels.

*Im Gegensatz zum Muttertag, der 1922 in Deutschland vom Verband der Deutschen Blumengeschäftsinhaber beworben wurde (und wird. Wobei sich inzwischen alle anderen Kommerztreibenden angeschlossen haben.)
Handspindel 08.03.2012, 10.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
Indigo Samples

Heute begann nun endlich der Indigo Workshop von Glennis. Als erstes ließ sie uns Sampler Cards färben. Also ein Stoffstück, das in die Küpe getaucht wird und von dem man dann einen Streifen abreißt und den Rest wieder eintaucht. So kann man die Farbtiefe der unterschiedlichen Tauchgänge ermitteln. Eine ziemlich coole Idee.
Mit einer Instant Indigoküpe (oben) und einer Löschkalk-Fructose-Küpe (1-2-3-Küpe) nach Garcia habe ich das nun ausprobiert.
Es ist die erste 1-2-3-Küpe, die auf Anhieb funktioniert hat. Bei dieser Küpe habe ich nun nur 10g Indigo genommen (bei der Instant Indigo-Küpe auch, allerdings färbt die ohnehin intensiver). Die Tauchgänge waren jeweils ca 2 min lang und ich habe insgesamt 10 gemacht. In Wirklichkeit sind die Farben übrigens deutlich lebhafter, nicht so düster, aber unser Licht hier ließ heute wirklich zu wünschen übrig.
Es scheint so zu sein, dass die Ausgangstemperatur der 1-2-3-Küpe wirklich sehr hoch sein muss. Ich begann die Küpe mit 75°C und im Lauf des Reduzierens sank die Temperatur dann so nach und nach auf 45°C. Dies war dann allerdings nach einer guten Stunde erreicht. Ich begann mit den Tauchgängen nach ca 20 min, als es danach aussah als sei sie schon gut am Reduzieren.
Alles in allem ist die Küpe weiterhin ausbaufähig und sehr gewöhnungsbedürftig. Sie ist definitiv für blassere Blaus geeignet. Ob ich das Blau tiefer bekomme wird sich morgen zeigen, wenn ich die Dosis erhöhe.
Handspindel 05.03.2012, 20.24 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Farben / Dyeing
Wilder Fisch
.



Genäht wurde der Fisch mit einem Baumwollkörper, den ich einfach aus einem Betttuch ausgeschnitten habe. Die Füllung besteht aus einer Viskose/Ramie-Mischung, die ich mir vor vielen Jahren mal zum Spinnen kaufte und von der ich immer noch der Meinung bin, sie spinnt sich eklig. Aber als Füllung taugt sie prima. Ursprünglich wollte ich den Fisch in derselben Webtechnik nähen wie das Valentinstagskissen. Aber die Form eignet sich nur unter Mühen dafür, weswegen ich mich an meine Pointillisten erinnert habe. Also wurde der Körper des Fisch mit vielen etwa 1-1,5 cm großen Rechtecken bedeckt. Die Arme sind mit Kreuzstichtätowierungen versehen. (Die Stickereien stammen noch aus meiner Kreuzstichzeit - lang ist's her.) Die verwendeten Stoffe sind 2nd hand Bettwäsche, meist aus Baumwolle und stammen noch aus meiner Procion MX-Phase. Nun liegen sie hier mit ihrer ganzen künstlichen Grellheit rum und wollen verwendet werde ;o)
Noch ist sie nicht fertig (ja, der Fisch ist weiblich *g*). Nachdem alle Schuppen angenäht wurden wird sie nun vom Schwanz her mit Schuppen bestickt. Die dienen zum einen der Zierde und zum anderen der endgültigen Befestigung der Schuppen, so dass man sie später auch problemlos in die Waschmaschine stecken könnte.
.
Assumentum Bestulla: ein erfundenes lateinisches Kompositum. assumentum bedeutet Lumpen und Bestulla ist eine erfundene Verniedlichung von Bestie.
.
Warum Fische: ich mag Fische. Ich liebe das Meer und wenn ich könnte wie ich wollte würde ich am Meer leben. Aber am Atlantik und nicht an der Nord- oder Ostsee. Als andere Kinder entwicklungsbedingt vom Fliegen träumten, träumte ich davon unter Wasser atmen zu können. Davon träume ich immer noch.
Handspindel 23.02.2012, 16.24 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in:
Make Love Not War
.



Die Stoffe stammen alle noch aus meinen Procion MX-Zeiten. Ich färbe zwar inzwischen nicht mehr mit synthetischen Farben, aber es sind noch ausreichend gefärbte Stoffe aus dieser Zeit vorhanden. Der dickere Baumwollstoff stammt von einer Baumwolldecke, die mein Vater aus dem Feldlazarett mitbrachte. Er war als junger Mann von 21 von einer Artilleriegranatte getroffen worden, die ihm das linke Bein abriss.
Eine Lehre, die er mir als kleinem Kind immer vermittelt hatte war:
Krieg ist böse.
So einfach ist das.
Ich fand es passend Fragmente dieser Decke in ein solches Kissen einzubauen.

Handspindel 14.02.2012, 09.25 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in:
noch'n quilt
.

Als ich letztes Jahr zum ISEND fuhr, nahm ich mir einen Haufen bunter naturgefärbter Baumwoll- und Leinenpatches mit und begann einen neuen Quilt zusammenzunähen. Das Top wurde endlich im Dezember fertig und am Wochenende begann ich nun mit dem Quilten.
.


.
English Version here
Handspindel 06.02.2012, 09.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Quilten Patchwork
stoffweben oder modern boro
hier ;o)
Dank Judes Inspiration, Information und Hinweisen bin ich wie gestört am Nähen im Moment. Und weil die Truppe von Judes Online Class halt alles auf Englisch macht, habe ich mich schnell dazu entschieden ein rein englischsprachiges Blog über meine Erkundungen in Stoff zu eröffnen.
Als Appetittmacher hier ein paar Bilder:
.

.

Handspindel 29.01.2012, 21.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in:
online classes
Ich mag den Stil ihrer Online Classes und das Schöne ist, man kann - ähnlich wie bei den Workshops der OLG - in seinem eigenen Rhythmus mitmachen. Die Inhalte verschwinden nicht.
Das Oberteil meiner bunten Patchworkdecke ist fertig und nun suche ich nach passendem Stoff für das Rückenteil. Im Gegensatz zum Anfang werde ich kein Batting reinmachen, durch die vielen Leinenstoffe ist er schon dicht und schwer genug und es kommt ja noch einiges an Stichelei dazu. Während Judes Cloth Whispers (kleine Audio Files, in denen sie ihre Gedanken aufzeichnet) konnte ich außerdem noch zwei Hemden, die umgearbeitet werden mussten beenden und bin nun bei einem älteren UFO das noch am Arbeiten ist.
Jude zuzuhören beflügelt auch meine Inspiration für zukünftige Projekte. Ich möchte mir unbedingt noch eine kimonoartige Jacke nähen, vielleicht in Judes modernen Boro Stil. Außerdem habe ich beim Aufräumen des Schlafzimmer einige alte, angefangene Patchworkteile gefunden, die ich vielleicht die Tage auftrennen werde und/oder als Beginn für ein neues größeres Deckenprojekt verwenden will. Man kann meiner Meinung nach nie zuviele Decken haben ;o)
./
Over the weekend I decided to enroll in several of Jude's online classes. I don't have much opportunity to travel, let alone visit workshops in other countries, so I welcome the opportunity to take online classes. I also enrolled in Glennis Dolce's Indigo workshop beginning March '12.
I like Jude's style and she has a lot to say about making cloth. The nice thing about the workshops is that I can take them in my own time, I don't have to rush, the content is available for a long time.
While listening to Jude's Cloth Whispers and watching her videos and reading the entries, I was able to do some stitching of my own. Finishing some repairs, resewings of shirts and finishing the quilt top of my natural dye blanket. Right now, I'm working on a rather old UFO. If nothing else, Jude's classes have inspired me to at least finish some things I've started quite a while ago.
In the meantime, I'm imagining some new cloth I would like to make. I really want to make another kimono jacket. Maybe in Jude's modern boro style. While cleaning up in the bedroom, I found several older patchwork beginnings, I might take apart and/or use them in something larger. I really feel the need for another large blanket. You never can have enough blankets.
Handspindel 25.01.2012, 18.13 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Quilten Patchwork
der januar bisher
2nd Hand-Fund:
ich leide seit nunmehr Jahren unter dem Mangel eines Mantels. So ein richtiger Wollmantel, der bis knapp ans Knie reicht (in längeren Mänteln wirke ich noch kleiner als ich ohnehin schon bin), ausdauernd und haltbar ist und mich vor allen Dingen warm hält. Mehrere 2nd Hand Fehlkäufe später, trug ich mich schon mit dem Gedanken einen solchen Mantel selbst zu nähen, fand keinen Stoff, der mir zusagte, wollte den Stoff selber weben usw usf ... bis mir nun ein 2nd Hand Fund in dem beliebten Onlineauktionshaus in die Finger kam.
.

Irischer Tweed, Fischgrätköper, gefertigt in Frankreich (Elsaß), stammt dem Schnitt nach ca aus den 50er spätestens 60er Jahren und passt wie angegossen. Es ist der erste Mantel, den ich gerne trage, in dem ich mich wohlfühle und den ich als schön (auch an mir) empfinde. Und es ist ein echter Wollmantel, vintage, 2nd Hand. - Und ja, für mich ist 2nd Hand eine Auszeichnung, ich versuche möglichst wenige neue Kleidungsstücke zu kaufen um Ressourcen zu schonen. (OK, ich versuche ohnehin so wenige wie mögliche Kleidungsstücke zu kaufen, aber das ist eine andere Sache.)
Im Detail sieht man, dass der Stoff aus Einfachfäden gewebt wurde.
.

Eines der Knopflöcher war ausgerissen, so dass ich die Fäden und das Gewebe sehr gut untersuchen konnte. Die Kette und der Schuss bestehen aus robusten Einfachfäden, die wahrscheinlich nach dem Handspinnen (die charakteristischen Ungleichmäßigkeiten des Handspinnens sind deutlich erkennbar) etwas gewalkt wurden um ihnen mehr Fülle und Stabilität zu verleihen. Das Gewebe selbst wurde nicht oder zumindest nicht deutlich gewalkt, dazu sind die Einzelnen Schuss- und Kettfäden noch zu gut erkennbar.
Interessant sind auch Verarbeitungsdetails wie der untere Saum:
.

.
Die Kanten, die keine Webkanten sind, wurden mit Schrägband eingefasst.
Ich bin überglücklich diesen Mantel gefunden zu haben. Zum einen ist er ein handwerklicher Schatz und zum anderen habe ich nun endlich einen Mantel. (Und nein, ich habe kein Arm und Bein dafür lassen müssen.)
Der Beste Ehemann von Allen wollte dann übrigens auch einen. Für ihn habe ich auch etwas hübsches 2nd Hand gefunden. Nun sind wir ausgestattet.
.
Selbstgemacht habe ich natürlich auch einiges
Weil ich die letzten beiden Winter immer so an den Oberschenkeln und meinem Hintern gefroren habe, musste nun endlich ein Hüftwärmer/Rock her.
.

Gestrickt nach Augenmaß aus gröberer zweifädiger handgesponnener Wolle. Es dürften mehrere unterschiedliche Garne sein, denn stellenweise gibt es eine leichte Streifenbildung in unterschiedlichen Ecrutönen. Das Garn habe ich beim Aufräumen gefunden. Da ich das Teil brauche um mir im Wald nicht den Hintern abzufrieren, war mir die Optik egal. Ich trage es über die Jeans unter dem Mantel und es wärmt. Damit erfüllt es alle Zwecke, die es soll.
.
Das nächste Strickstück ist auch eher rustikal für den Wald gedacht. Ein Raglan von Oben. Gestrickt ohne Anleitung und da mir diese ganzen Formeln bei den RVO-Rechnern nur Kopfschmerzen bereiten auch nach Augenmaß. Sprich MaPro gestrickt, gemessen, ausgerechnet und losgestrickt. So etwas unterhalb der Brust habe ich dann endlich verstanden wie dieses Ding funktioniert. Was prima war, denn nun kann ich mir noch einen stricken, der vielleicht nicht diesen leichten Wulst vorne bildet ;o) Ich frage mich, warum diese ganzen RVO-Leute einem nicht einmal ein einfaches Bildchen mitliefern können und vielleicht in einfachen Worten ohne Formel erklären können um was es geht? Aber nun habe ich es ja selbst kapiert und untragbar ist er nun auch nicht.
.

Das Garn war mir auch beim Aufräumen in die Hände gefallen. Irgendeine Mischung, zum Teil wohl Islandwolle, relativ dick versponnen, nicht gerade die Kuschelvariante, noch leicht mit Lanolin behaftet und für den Wald optimal. Die Ärmel sind 2/3 lang, denn die normallangen Ärmel schubse ich ohnehin immer nach oben und draußen ziehe ich immer lange Stulpen drunter.
.
Erinnert ihr euch noch an die Wollmeisengarne? Die ersten Socken daraus sind fertig.
.

Typische Stinos mit Ringeln, sehr cool - ich liebe Ringel. Wie eigentlich alle meine Socken, gestrickt von den Zehen an. Und, man sehe und staune, zwei gleiche ;o)
.
Es war einmal eins, zwei, viele UFOS
Der Januarworkshop der OLG ist eine UFO challenge. Sprich, kein Workshop im eigentlichen Sinne mit Tutor und festem Programm, sondern einem Themenbereich, der in die Runde geworfen wird. Seit erstem Januar geht es also um UnFinished Objects. Achja, Tutor der Challenge bin übrigens ich. Als Beispiel für meine UFOS wählte ich eine Weste, mein Sorgenkind Sommermantel und meinen Patchworkquilt. Die Weste wurde als erstes fertig. Ihr fehlte nur noch der passende Verschluss. Ich wusste sogar nachdem sie schon Monate auf der Schneiderpuppe verbrachte endlich wie ich sie verschließen wollte, aber der rechte Verschluss war nicht vorhanden. Da bekam ich von einer Freundin zwei Knöpfe geschenkt:
.

.
diesen hier und denselben noch einmal in etwas größer.
Und es waren genau die beiden Knöpfe, auch eben in der unterschiedlichen Größe, die mir für die Weste gefehlt hatten.
Nun sieht sie so aus - und an meinem Körper sogar noch besser ;o)
.

Leider ist diese Schneiderpuppe eine Nummer zu groß für mich und meine Klamotten, deswegen passt die Weste nicht so genau. Aber die passende Schneiderpuppe steht im Wohnzimmer, wo ich im Augenblick überhaupt kein Licht habe. Zumindest kein passendes Licht zum Fotografieren.
.
Das nächste UFO, an das ich mich machte, war der Mantel. Der sah im Original so aus:
.

das war vor etlichen Jahren. In der Zwischenzeit merkte ich, dass ich ihn einfach nicht trage, entfernte die Ärmel, färbte ihn um und dann sah er so aus:
.

.
Und dann fehlte mir Inspiration. ... Ich nahm ihn immer wieder in die Hand, mäkelte gedanklich etwas an ihm rum und legte ihn wieder weg. Die UFO challenge der OLG brachte mich immerhin dazu mich mal wieder mit ihm zu befassen. Und während ich den rustikalen RVO strickte, sah ich mir mal wieder Hercules an ;o) Ja, ich weiß, kitschige Geschichten und die Prügelszenen erinnern mich immer etwas an Power Ranger. Aber, die Kostüme wurden damals von der unvergleichlichen Ngila Dickson gemacht (und ich mag das Weltbild, das in Hercules und Xena vertreten wird). Ngila Dickson bekam zusammen mit Richard Taylor von Weta einen Oscar für die Kostüme im Lord of the Rings. Bei Hercules verfügte sie zwar noch nicht über das Heer der Näherinnen und das entsprechende Budget, aber sie war auch damals schon genial im Umgang mit ethnischen Stoffen und einfallsreichen Kostümen. Und durch sie bekam ich die letztliche Inspiration, die mir fehlte um an dem Mantel weiterarbeiten zu können.
.





Mehr Mut zu Farbe. Alle Stoffe sind mit Pflanzenfarben gefärbt, Die Ärmel sind nun schmaler und es gibt einen Kragen. Es fehlt nun zwar mal wieder ein Verschluss, aber ich habe schon eine Idee und die passenden Verschlüsse dazu, mal sehen, ob es auch so passt. Die applizierten Scheiben werden wohl mit dem Waschen noch etwas zusammenschrumpfen und besser zum gesamten Outfit des Mantels passen. Ich bin jedenfalls nun deutlich zufriedener mit ihm und dank der kleinen Veränderungen fühlt er sich auch tragbar für mich an.
Danke Ngila Dickson ;o)
.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
.
Was noch fehlt
Ein Bild von dem Freizeithemd, das ich dem besten Ehemann von allen noch genäht habe. Natürlich wieder mit der Hand, ich glaube ich gebe dem Kellerkind noch ein paar Wochen und wenn ich sie dann nicht deutlich häufiger verwende, wandert sie wohl dann doch wieder in den Keller. Irgendwie schaffe ich das mit dem Nähen auf der Maschine einfach nicht. Dafür sind meine Hände da ;o)
Bild des Hemdes wird nachgereicht.
Handspindel 21.01.2012, 12.47 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in:
Vermisst!
.
.
.
.
Sie wurde zuletzt vor vielen Monaten gesichtet. Wer sie gesehen hat, teile ihr doch bitte in ruhigen und freundlichen Worten mit, sie möge bitte wieder nach Hause kommen. Wir vermissen sie alle sehr.
.
Sachdienliche Hinweise nimmt die Kommentarfunktion entgegen.
Handspindel 09.01.2012, 14.13 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
Neujahr und die Beliebigkeit eines Datums
So unbedeutend für uns diese Nachricht auch sein mag, mich fasziniert die Beliebigkeit eines Datums immer wieder. Man muss kein Timelord sein um durch die Zeit zu reisen. Für Samoa ist der 30. Dezember 2011 einfach nicht existent. Schaltjahre gleichen unsere kleinen Ungenauigkeiten aus. Kalender sind eine Frage der Festlegung. Zeitmessung ist immer eine Frage der Definition.
Ich werde daran denken, wenn draußen wieder die Leute mit Krach und Böllern dem jährlichen Jahreswechselwahnsinn verfallen ;o)
In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein Schönes Neues Jahr.
Handspindel 29.12.2011, 17.58 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
Küchenschönheit

Es war mir schon längere Zeit klar, dass es unser alter Neff mit seinen gut 45 Jahren auf dem Buckel nicht mehr lange machen würde. Aber dann ging alles wieder Schlag auf Schlag. Vor 14 Tagen fiel ein Brenner aus und ich machte mich auf die Suche nach einem Nachfolger. Allerdings hätte ich es lieber in aller Ruhe im Januar gehabt, aber offensichtlich war dieser eine Brenner nur der Anfang, denn Montag dieser Woche fiel dann der nächste aus. Nun reden wir hier immer noch über Gas. So sehr ich Gasherde liebe, ich bin trotzdem vorsichtig. Also habe ich Montag dann noch schnell versucht a) den Gasherd zu bestellen, in der Hoffnung ihn noch diese Woche zu bekommen und b) einen Installateur zu kriegen, der ihn heute dann noch anschließt. Das Glück war mir hold, gestern kam der Herd und eben war der Installateur da und alles klappte, so dass ich nun gerade meinen ersten Espresso trinke, der auf dem neuen Herd gekocht wurde. Ich sag nur: supercool.
Natürlich musste ich meine Küche komplett umstellen, da der alte Herd die üblichen 50 cm Breite hatte und ich beim neuen unbedingt einen Doppelringbrenner haben wollte, was allerdings mit 80 cm Breite einhergeht. Aber sowas macht man doch gerne, wenn dann so eine Schönheit bei einem einziehen kann.
Ich freu mich so.
Der Herd ist nun übrigens ein LaGermania, denn Neff produziert leider keine Gasstandherde mehr.
Handspindel 23.12.2011, 09.01 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
Wollfest
Während meiner Garninventur Anfang Dezember, fiel mir auch auf, dass ich noch einiges an Rohwolle bei mir rumliegen hatte. So knappe 10 Kilo. Angesichts meiner bisherigen Verschleppungstaktik, einige der Wollen waren schon gut abgelagert, rechnete ich nun nicht mehr ernsthaft damit sie eigenhändig kardieren zu können. Und so langsam staute sich das Bedürfnis in mir ein paar dieser Wollen endlich mal zu verspinnen. Also packte ich alles in eine Kiste und schickte es an Wollpoldi zum Kardieren. Und gestern kam sie zurück. Meine Wolle, fein kardiert.
Passenderweise wurde ich gestern auch mit meinem letzten Auftrag für dieses Jahr fertig (näheres dazu im Laufe des Tages bei nemo ignorat) und so kann ich mich nun dem Spinnen spannender Wolle widmen: Spaelsau, Zwartbles, Wensleydale und Scottish Blackface um nur einige zu nennen.
Ich bin dann mal Spinnen ;o)
Handspindel 13.12.2011, 08.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Spinnen / Spinning
Ja ist denn schon ....
.

.
Off the Grid, unplugged und mit richtigem Schlagzeug ;o)
.
.
klar hätte ich es uns auch im Download holen können, aber dann würde die CD nicht so aussehen:
.

.
wheeeeeeee, signiert von den Bandmitgliedern. An der Nummer kann man sehen, dass ich es noch kurz vor knapp geschafft hatte mit meiner Bestellung ;o)
.
ich geh nun coole Mukke hören *g*
Handspindel 11.12.2011, 11.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Medien
DVD Besprechung: Handspinning Rare Wools
Eine Vorschau auf das Video kann man bei YouTube oder bei Interweave sehen. (Bei Interweave gibt es auch den Ausschnitt über die North Ronaldsays)
Mit diesen Videodownloads hat mich Interweave wirklich gekriegt. Und die Fall 2011 Ausgabe der SpinKnit hat dahingehend auch mal wieder ihren Zweck nicht verfehlt. Sobald ich den Bericht über die North Ronaldsay Schafe von Deborah Robson dort sah, wusste ich, das Video muss ich haben.
Handspinning Rare Wools befasst sich mit den als selten geltenden Rassen auf den Britischen Inseln und in Nordamerika. Warum befasst sich Deb Robson nur mit diesen? Weil genau das die Schafrassen sind zu denen sie Zugang hat. Ganz einfach.
Deb Robson beschreibt in diesem Doppelvideo (als DVD ist es eine Doppel-DVD) über 2 Stunden mit Rassen von den Northern European Short Tails, die mit den Wikingern und Dänen auf die Britischen Inseln gekommen sind bis zu den von den Römern eingeführten Downsrassen. In Nordamerika bringt sie den Zuschauern spannende Rassen von den wild lebenden Hog Island Sheep (die so gut wie ausgestorben sind) bis hin zu den Navajo Churro näher. Sie zeigt Beispiele von Vliesen, ungewaschen und gewaschen. Sie experiemtiert vor laufender Kamera mit ihr noch unbekannten Mustern und sie erzählt sehr viel und ausführlich über die einzelnen Rassen. So viel, dass ich nach der ersten Hälfte erst einmal eine Pause machen musste, weil ich wirklich keine Information mehr aufnehmen konnte.
Was dieses Video auszeichnet ist Deb Robsons sehr emotionale Hingebung an den Erhalt der genetischen Vielfalt. Mehrfach verschlägt es ihr die Stimme und sie muss Tränen unterdrücken. Und ich finde es wundervoll, dass diese Szenen im fertigen Video geblieben sind, denn sie lassen ihre Begeisterung für das Thema nur noch ehrlicher und wirklicher werden.
Deb Robson kennt sich mit Spinnen, Schafen und Fasern aus. Sie spinnt seit 40 Jahren, sie war Chefredakteurin der Spin Off über viele Jahre, hat mit (meiner persönlichen Heldin) Priscilla Gibson Roberts zusammengearbeitet und hat selbst etliche Bücher herausgebracht. Auch wenn sie sich auf die Schafe der Britischen Inseln und Nordamerikas beschränkt, kann auch die deutsche Zuschauerin noch viel lernen. Denn letztendlich ähnelt sich die Herangehensweise an ein dual coated Schaf. Ob ich nun ein St Kilda Schaf habe oder eine Skudde oder eine Heidschnucke, letztendlich muss ich mit Deckhaaren, Granen und Unterwolle rechnen und umgehen lernen. Mit großer Begeisterung zeigt Deb Robson wie sie die Haare von der Wolle trennt und schließlich kämmt (sie ist eine begeisterte Benutzerin der kleinen und stationären Kämme) und spinnt. Sie spinnt auch die langen drahtigen Haare und wirkt geradezu enthusiastisch wenn sie von einem gehäkelten Körbchen spricht, das sie daraus machen würde.
Überhaupt kann man von ihrer Technik noch viel lernen. Vor allen Dingen weil sie einen absolut unorthodoxen und undogmatischen Zugang hat. Was hilft hilft. Sie versucht nicht auf ein bestimmtes Ziel hinauszuarbeiten, sondern überläßt den zum Teil sehr herausfordernden und spannenden Vliesen die Führung und schaut zu was dabei herauskommt. Ihr Umgang mit Kämmen und Handkarden ist leicht und unprätentiös. Und (wie Judith McKenzie) spinnt auch sie gerne direkt von den Kämmen oder den Karden weg. (Eine Technik, die ich übrigens der Nicht-Produktionsspinnerin empfehlen kann, denn die gleichgerichteten Fasern bleiben so gleichgerichtet und werden nicht erst wieder durcheinandergebracht.)
Am Ende möchte man mit ihr zusammen mitheulen über den drohenden Untergang der genetischen Diversität. Aber noch mehr als Deutsche, die sich die in Deutschland heimischen 17 (!) Schafrassen anschaut (in Großbritannien sind es 60!). Zu sehr wurde hier gerade in den 1920er bis 1940er Jahren auf Fleischertrag und Wollmasse hingearbeitet. Zu sehr wurde auch später noch die genetische Vielfalt ausgemerzt, zugunsten industrieller Standards und Verarbeitung. Da ich aus einer alten Schäferfamilie aus der Rhön stamme, weiß ich zB, dass schon zu Beginn des 20. Jhd die Rhönschafe durch Merinos ersetzt wurden. (Ein Projekt, das Anfangs schrecklich daneben ging, weil Merinos eben nicht gut in der Rhön leben können.)
Deb Robson bezeichnet Schafe als 'one package survival kit'. Sie sind anpassungsfähig, können auf den kargsten Böden überleben und wurden deshalb im 18. Jhd gerne von den Forschungsreisenden auf einsamen Inseln zurück- und sich selbst überlassen. (So entwickelten sich dann wahrscheinlich Rassen wie das Santa Cruz Schaf.) Wer auf diese Inseln zurückkam oder dort strandete fand in der Regel eine sich selbst versorgende Einheit vor, die Fleisch, Milch und Wolle lieferte.
Gerade diese Anpassungsfähigkeit der Schafe ist es, die wir auch für zukünftige Generationen erhalten sollten. Bei einem sich verändernden Klima ist es einfach nicht zu verantworten, wenn wir die genetische Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt einfach so unter den Tisch fallen lassen. Der standardisierte Weizen, der nun noch hier wächst, kann unter Umständen in 100 Jahren hier nicht mehr überleben, wohingegen heimische Arten, die sich auf bestimmte Regionen spezialisieren, auch den Wandel im Klima mitmachen können. Man sehe sich nur das eingangs erwähnte North Ronaldsay Schaf an, das im 19. Jhd dazu gezwungen wurde im Tidenbereich der Insel zu überleben. Über nur wenige Generationen hinweg gelang es ihnen sich nahezu ausschließlich von Seetang zu ernähren und gut auf sich selbst aufzupassen. Diese Vielfalt und Anpassungsfähigkeit ist es, was erhalten werden muss. Auf den Britischen Inseln wie hier in Deutschland.
Aber ich lasse mich von Deb Robsons Enthusiasmus davontragen.
Wie man merkt, ist ihre Begeisterung und Freude am Experimentieren ansteckend. Und allein deswegen lohnt sich die Anschaffung des Videos.
Ich weiß, auch ich habe gerne auch meine digitalen Medien in der Hand. Wenn ich allerdings die höheren Kosten der DVD-Version bedenke, mit dem immensen Porto nach Deutschland addiere und dann vielleicht mich noch mit dem Zoll auseinandersetzen muss (auch wenn ich nichts zahlen muss, es ist trotzdem wieder ein Weg mehr), dann habe ich lieber den Download. Und auch wenn mir die raffgierige Politik Interweaves seit ihrem Verkauf nicht mehr zusagt, so waren die eMags und die Videos im Download doch eine gute Idee.
Handspindel 07.12.2011, 12.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Medien
Archiv
Mit der Benennung der Archive muss ich wohl noch ein bisschen rumspielen, bislang findet man sie entweder über die oberste Menüleiste unter Archiv und dann missverständlich unter Dezember 2011 oder einfach hier.
.
A desperate plea from a reader made me finally archive my blog entries until june this year. you can find them here or at the top of the page under Archiv
Handspindel 03.12.2011, 09.03 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
neue Mukke
">2cellos
P.S. die knapp 7 Kilo Sockengarn schrecken mich nun auch nicht mehr ;o)
P.P.S. ich habe heute nacht übrigens sehr gut geschlafen ohne einstürzende Wollberge ;o)
P.P.P.S. die CD musste ich mir dann auch sofort runterladen. Die beiden sind so cool. *g*
Handspindel 02.12.2011, 17.11 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Medien
Inventur oder SABLE
Allerdings kam ich zu einem für mich erschreckenden Ergebnis. Bei mir tummeln sich ganze 37,867 kg handgesponnene und industriell gefertigte Garne. Damit hätte ich beim besten Willen nicht gerechnet.
Morgen kommen dann die Sockengarne dran und dann darf ich mir wahrlich das Label SABLE (stash accumulation beyond life expectancy) auf die Stirn kleben.
Einige Garne haben schon gedanklich ein Projekt gefunden oder zumindest eine vage Richtung, als was sie dereinst einmal den Rest ihres Daseins fristen werden dürfen. Bei andern bin ich vollkommen unfähig mir etwas einfallen zu lassen. Was in aller Welt fange ich mit 575g Austermann San Remo in grün an? Ich weiß nicht einmal mehr ob ich mir die gekauft habe oder wie ich mit welchem Projekt im Hinterkopf daran gekommen bin. Oder diverse Lacegarne? Hallo? Ich und Lace stricken? (Wobei ich mir erst heute das Muster für theano gekauft habe. Immerhin lace, auch wenn es Original mit dickerem Sockengarn gestrickt wird. Aber da lagern tatsächlich Lacegarne mit 700m/100g Lauflänge bei mir. Ob ich mich auf geistige Umnachtung herausreden kann?
Wie dem auch sei. Nun sind sie inventarisiert, sortiert und ich habe sogar die Kisten außen beschriftet. Müde aber zufrieden mit mir gehe ich nun ins Bett und werde wahrscheinlich von Wollbergen träumen, die über mir einstürzen ;o)
Handspindel 01.12.2011, 22.05 | (4/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Stricken / Knitting
's meisl
.

Eine meiner besseren Ideen war die Art des Transportes: Ein Bayernticket Single.
Für nur 33 EUR pro Person den ganzen Tag durch ganz Bayern in der 1. Klasse!
War das gestern voll. Und waren die Leute schon morgens um 8 voll. Weibsengruppen mit blinkenden Elchgeweihen in rot oder mit Weihnachtsmützen (blinkend oder mit Glöcklein) und mit den obligatorischen Sektflaschen gut getoppt von kleinen Klopfern. Gefolgt von Jungmännchengruppen mit den Bierpaletten. Sauber, sag ich da nur, so glüht man sich offensichtlich für den Besuch auf dem Christkindlsmarkt vor.
Aber wir konnten natürlich in die fast leere 1. Klasse. So geil :o)
Allerdings hilft einem die beste 1. Klasse nichts, wenn der restliche Zug so voll ist, dass man nicht den Weg zur Toilette findet. Daher hatten wir Hoffnung auf den Bahnhof Pfaffenhofen.
Jetzt ist aber Pfaffenhofen nicht gerade die Großstadt an der Ilm, weswegen der Bahnhof auch nur über zwei Gleise verfügt und keine Toilette hat. (O-Ton der Ticketverkäuferin: "Dazu sind doch die Toiletten in den Zügen da" - Ahja?)
.

Und bei aller klugen Planung meinerseits hatte ich dann noch die Adresse des Wollmeiseladens vergessen. Aber, wie gesagt, Pfaffenhofen ist ja nun nicht gerade eine wimmelnde Großstadt, weswegen wir zufällig den richtigen Weg fanden. Aber kein Café zwischendurch. Und so kamen wir etwas desorientiert von der Fahrt und mit dringenden Bedüfrnissen im Laden an, wo uns sofort und freundlich geholfen wurde. Es gab Toilette, Kaffee und eine überaus freundliche Aufnahme in die Welt der bunten Garne.
Frau Wollmeise und ihr Verkäuferinnenteam sind einfach klasse. Die Atmosphäre im Laden ist angenehm, ruhig, es gibt zwei große Sofas, Süßigkeiten stehen rum und natürlich bunte Garne. Und man wird sogar nicht schräg angeschaut, wenn man noch die dringende Socke aus Opalgarn von den Nadeln kriegen muss, bevor man sich eines der (bereits bezahlten) Stränge (am vorhandenen WoWi) auf Knäuel wickelt um es anzustricken.
.

Da es ein Nobody's Perfect-Strang ist, weiß ich nicht wie das Garn nun im Original heißt, Euredike nannte es Dark Christmas - was ziemlich gut passt, finde ich. Die metallenen Knit Pro, die ich noch schnell dort kaufte, weil ich das Wollmeisengarn anscheinend besser mit 2ern verstricke und nicht wie sonst solches Garn mit 2,5ern, wurden inzwischen durch die entsprechenden Bambusnadeln ausgetauscht.
.

Für die restliche Beute gibt es auch schon teilweise eine Verwendung. Einer der Stränge ist ein Geschenk für eine Freundin, der mit dem Blau und dem Goldbraun wird zu einem Möbius oder etwas ähnlichem und die andern warten noch auf ihre Bestimmung. Wahrscheinlich werden es einfach Socken werden.
Es war ein wunderschöner Tag und dank des besonderen Bayernticket sogar eine entspannte und ruhige Fahrt. So kann man die einfach gut 300 km in gut 4 Stunden auch prima überstehen. Ich liebäugle sogar damit, das irgendwann noch einmal zu machen ;o)
Handspindel 27.11.2011, 16.00 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Stricken / Knitting
wordless wednesday
Handspindel 23.11.2011, 06.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
Färbebücher: Kökboya
ISBN 3-936713-00-6
.

.
'Kök boya' kommt aus dem Türkischen und bedeutet wörtlich 'Wurzelfarbe' wird im Allgemeinen aber für 'Naturfarben' verwendet. 1960 reiste Harald Böhmer mit seiner Familie in die Türkei um an der Deutschen Schule Istanbul eine Stelle als Lehrer anzutreten. Über deren Direktor kamen seine Frau und er in Kontakt mit den alten Knüpfteppichen Anatoliens deren Farben als eski (alt) und kökboya bezeichnet wurden, womit sein Interesse an Naturfarben geweckt war. Als Chemiker interessierten ihn natürlich auch immer die chemischen Eigenschaften der Farben, und so enthält Kökboya auch viele Artikel in diese Richtung.
1981 gründeten Böhmer und seine Frau mit etlichen anderen (u.a. auch den Mitarbeitern des Buches) zusammen das DOBAG Projekt, an dem inzwischen über 20 Dörfer in Anatolien beteiligt sind. Dort werden Knüpfteppiche mit Naturfasern und Naturfarben hergestellt, die bestimmten Anforderungen entsprechen müssen. Außerdem ist das ganze genossenschaftlich organisiert und der Erlös aus dem Verkauf der Teppiche geht direkt zurück an die Genossenschaften und damit an die (meist) Frauen in den Dörfern.
Leider wird in dem Buch nur sehr wenig über das DOBAG Projekt berichtet (und ich ärger mich immer noch, dass ich die DVD des Projektes nicht in La Rochelle gekauft habe).
Kökboya ist nicht
aus der Sichtweise eines Touristen geschrieben. Böhmers
Betrachtungen über die Naturfarben insbesondere in der Türkei und
den angrenzenden Staaten des Nahen Osten stammen aus jahrzehntelangen
Reisen und Forschungen zu diesem Thema. Er hat eng mit Helmut
Schweppe zusammengearbeitet und viele Informationen aus dem Raum
Indien stammen von Charlotte Kwon von Maiwa.
.

.
Diese Vorgeschichte
konnte ich der ausführlichen Einleitung entnehmen, auf die ein
Kapitel über die physikalische und historische Betrachtung von Farbe
und Farben folgt. Böhmer beschreibt darin die Physik hinter Farben
und Farbwahrnehmung ebenso wie die Bezeichnung für Farben in
unterschiedlichen Sprachen und geht auf Farbsysteme ein. Der
Farbkreis über das physikalische Spektrum hinaus ist nämlich nicht
so eindeutig wie man vielleicht annehmen mag, sondern hängt von der
Weltsicht des jeweiligen „Erfinders“ ab. Mit Vorsicht beschreibt
er Goethes Farblehre näher um sie später in ein gewisses
naturwissenschaftliches Licht zu rücken. Hat das menschliche Gehirn
doch stellenweise spaßige Anwandlungen in der Optik. Man nehme nur
den Simultankontrast, bei dem eine Farbe unterschiedlich wahrgenommen
wird, je nachdem in welchem Farbumfeld sie sich befindet.
.

.
Das darauffolgende Kapitel mit Fotos von unterschiedlichen naturgefärbten Textilien und einer genauen chemischen Beschreibung der Farben freut mich besonders. Im fünften Kapitel werden die einzelnen Methoden der Farbanalyse näher beschrieben. Leider fehlt mir ein wenig der Hinweis auf die Fehlbarkeit dieser Methoden, wenn man sich nur auf die chemischen und phsyikalischen Analysen verläßt. Da mein eigenes Wissen über diese Farbanalysen nur aus zweiter und dritter Hand stammt, benötige ich jemanden Erfahrenen, der mich auf diese Problematik aufmerksam macht. Diese Erfahrung fand ich bei Elizabeth Wayland Barber. Sie beschreibt nämlich in ihrem Buch über die Mumien von Urumchi, dass bei der chromatographischen Analyse der Textilien Purpurin und Brom gefunden wurden, was auf natürliches Schneckenpurpur hindeuten würde. Allerdings ist das nächste Meer in jede Richtung ca 2000 km von der Fundstelle entfernt. Schneckenpurpur hätte also von sehr weit her transportiert werden müssen. Nicht ungewöhnlich, wenn es sich um geringe Mengen gehandelt hätte, aber in größeren Mengen dann schon wieder unwahrscheinlich. Dann erinnerten sie sich daran, dass das Himalaya-Gebirge irgendwann einmal Meer war. Ist schon länger her, so ca. 40 bis 50 Millionen Jahre, eben noch bevor es durch den tektonischen Drift nach oben gefältelt wurde, aber es sind immer noch ausreichend Meeresspuren auf chemischer Ebene vorhanden, die die textilen Reste der Mumien durchdringen konnten. Also stammten die roten Farben mit ziemlicher Sicherheit nicht von Schneckenpurpur ab, sondern aus dem indischen Krapp (Rubia cordifolia), das im Gegensatz zum gewöhnlichen Krapp (Rubia tinctorum), der Alizarin und Purpurin enthält.
Im nächsten Kapitel werden Faserarten beschrieben, die für mich vor allen Dingen wegen so spannender Fasern wie Ananas, Manila-Hanf und Dayak Bast interessant waren. Und es gibt wunderschöne Fotos von Seidenschmetterlingen. Die Informationen über Textilarten (von Filz bis Gewebe) und deren Herstellung im darauffolgenden Kapitel sind fundiert und für eine solche Zusammenfassung doch recht ausführlich. Für mich als vorwiegend Spinnerin waren natürlich die (korrekten!) Erwähnungen und Beschreibungen einzelner Spindelarten besonders interessant.
Vor dem eigentlichen
Hauptkapitel über die Färbepflanzen der Türkei gibt es noch eine
kurze Einführung in die Naturfärberei, das Beizen und die chemische
Analyse der Naturfarben.
.

.
Über die nächsten Hundert Seiten werden dann Pflanzen- und Tierfarben aus der Türkei und dem Nahen Osten vorgestellt und nach ihrer Nutzung als Färbepflanze bewertet und eingeordnet. Es gibt Fotos oder Zeichnungen der Pflanze, wenn möglich Bilder der färbenden Pflanzenteile, die färbewirksamen Inhaltsstoffe werden aufgelistet, sowie die Methode des Färbens (Direkt-, Beizfärbung, Küpe), die Farbergebnisse und ob die Farbe lichtecht ist. Schließlich gibt es ein Kurzsystem, ob die Farbe in ihrer Verwendung empfohlen wird oder nicht.
Nehmen wir als Beispiel Alkanna. Die Extraktion mit Alkohol wird genau beschrieben, ebenso die spätere Färbung. Die Lichtechtheit wird als 'unzureichend' beschrieben und Alkanna wird daher von den Autoren als nur bedingt empfehlenswert für die professionelle Färberei eingestuft.
Bestimmte Pflanzen
werden zwar teilweise oder auch genau beschrieben, aber wegen ihrer
Giftigkeit als nicht empfehlenswert eingestuft, wie z.B.
Digitalis-Arten. Obwohl sie ausreichende Mengen Luteolin
(Hauptfarbstoff in Färber-Wau/Reseda) enthalten und damit ein
lichtechtes Gelb erzeugen.
.

.
Im vorletzten Kapitel wird schließlich näher auf das Färben an sich eingegangen. Obwohl Böhmer und seine Kollegen und Kolleginnen durchaus viele Jahre praktische und auch experimentelle Erfahrung mitbringen, landen wir hier wieder bei den üblichen 15-25% Alaun (von denen ich gar nichts halte) und Beizen mit Eisen- und Kupfersulfat (was ich immer ein bisschen bedenklich finde, zumindest das Kupfersulfat). Spannend ist seine Bemerkung, dass eine Nachbehandlung mit 3% Kaliumkarbonat (Pottasche, K2CO3) eine Farbvertiefung bei Wolle erreicht. Als Ersatz würde in der Türkei auch Aschewasser verwendet, weswegen der farbvertiefende Effekt wohl eher von dem hohen alkalischen Gehalt abhängig sein dürfte.
Wie immer sollten
die Färberezepte also mit einem Schuss guten Menschenverstandes und
eigener Erfahrung betrachtet werden.
.

.
Ich hatte das große Glück, das Buch für unter 50 EUR zu bekommen, denn die knapp 130 EUR, die normalerweise dafür aufgerufen werden, waren mir immer zuviel. Im Großen und Ganzen ein wundervolles Buch, aber kein Ersatz für Cardon oder Schweppe (letzterer leider OOP und Cardon nur auf Englisch oder Französisch und beide nur selten unter 100 EUR zu bekommen). Die beschriebenen Pflanzen sind für unsere Bedürfnisse zu sehr auf die türkischen Färberinnen ausgerichtet um allgemein von Nutzen zu sein. Auch wenn natürlich einzelne Pflanzen problemlos bei uns wachsen und sogar heimisch oder bei uns erhältlich sind. Trotzdem ist die Beschreibung der Pflanzen hinsichtlich ihrer Färbekapazität und -verwendbarkeit durchaus interessant und hilfreich. Man wünscht sich mehr solche Bücher. Oder vielmehr wünschte ich mir, Dominique Cardon hätte ihre Bibel des Naturfärbens so übersichtlich gestaltet, denn die Informationen sind auch bei ihr enthalten … irgendwo … man muss sie nur finden. Irgendwas ist halt immer.
Ich denke, gerade für den Preis ist Kökboya eher ein Luxusbuch. Kein Muss, kein Grundwissen- oder grundlegendes Buch, es ist mehr als nur schön anzusehen, aber es ist zu spezialisiert um allgemein informativ zu sein. Ich freue mich, es günstig(er) gefunden zu haben und werde sicherlich immer wieder gerne in ihm lesen und nachschlagen, hätte aber auch gut ohne weiterleben und -färben können.
Handspindel 12.11.2011, 10.01 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Färbebücher
Und nu ....?!

gesponnen aus nicht mehr identifizierbaren Fasern (es war weich und hatte wohl Seidenanteil) und gefärbt. Und nun steh ich da. Eigentlich wollte ich einen fair isle Pullover draus stricken. Irgendwas in Richtung Rowan aus einem der letzten Magazine. Aber dann ist wohl wieder das Färbefieber mit mir durchgegangen und nun habe ich schon wieder einen ganzen Regenbogen an Farben. (Sie sind übrigens in realiter ein wenig kräftiger im Ton, insbesondere die Grüntöne) An sich gefallen mir die Garne, aber das Ergebnis ist doch eher unerwartet. Ich müsste mich einfach mal beim Färben mehr zusammenreißen, denke ich ;o)
Mal sehen, ich muss drüber nachdenken.
Handspindel 01.11.2011, 16.40 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Farben / Dyeing
da sucht NIX mehr ein neues Zuhause
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
angeregt durch den Angebotstag auf der spinnstubb, durchsuche ich nun zum 1. eines jeden Monat meinen stash um mich zu verkleinern. Mit all der Färberei und dem Nähen komm ich einfach nicht dazu das alles irgendwann einmal zu verarbeiten.
Ich gebe heute gegen Porto ab:
.

.
- ca 500g diverser Locken und Flocken (Mohair, Bouretteseide, Wensleydale u.a.) zum Einkardieren oder Einspinnen für Art Yarns. (Im Dezember kommt Jacey Boggs (Insubordiknit) neues Buch raus, vielleicht schon einmal zur Vorbereitung *g*) Meine Art Yarn-Attacken sind begrenzt und soviel brauch ich wirklich nicht. Ich teile die Menge auch. Ist schon ziemlich viel.
.

.
auf dem Bild sind hauptsächlich die angefangenen Knäuel und Reste zu sehen
.

.
das sind die ganzen Knauel
.
- ca 2-3 kg Sockengarn. Darunter sind ganze Knäuel von Fortissima, Regia, Opal u.a. und viele Reste. Alle möglichen Farben, auch einfarbig. Ich färbe inzwischen meine eigenen Garne mit Pflanzenfarben und kann soviel Sockengarn in Hundert kalten Wintern nicht mehr verarbeiten. Die einfarbigen Knäuel waren mal für ein Paar fair isle Langstulpen geplant gewesen, daher relativ koordiniert in den Farben.
.
Wer Interesse hat, bitte über das Kontaktformular des Blog hier melden.
Handspindel 01.11.2011, 05.21 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
Kellerkind
Ja, ich habe auch eine elektrische Nähmaschine. Eine liebreizende Husqvarna Viking 2000 aus den 1970ern. Aus Sinterstahl, wiegt ungefähr eine Tonne und ist stabil wie eine Traktor. Im Verhältnis zu letzterem auch sogar relativ leise, aber mir immer noch zu ratterig. Weswegen ich sie eigentlich leider nie benutze. Ich erwähnte bereits ich mag ratterige Maschinen nicht. Eigentlich mag ich überhaupt keine Maschinen, die Krach machen. Ich mag ja auch Fahrräder lieber als Autos.
Aber da waren dann noch die langen, geraden Nähte.
Also holte ich dieses Kellerkind wieder hoch:
.

Madame ist nicht mehr die Jüngste und sie kann vor allen Dingen eines: geradeaus nähen. Nicht mehr und nicht weniger. Angetrieben wird sie über ein Fußpedal, im Moment sogar leiser als mein Spinnrad (das klackert und ich finde den Grund nicht *nöhl*) und ich schleppe sie schon seit fast 25 Jahren mit mir mit. Sie ist einer der wenigen Gegenstände in meinem Besitz, die alle 20+ Umzüge der letzten 25 Jahre mitgemacht hat. Selbst mein Klavier ist irgendwann zu einer anderen Adresse gewandert.
Zugegeben, lieber wäre mir eine handbetriebene Maschine, denn so steht nun noch ein Gerät mit eigenem Tisch in meinem Wohnzimmer rum ;o) Aber a) habe ich die nun und habe b) keine Lust nochmal Geld auszugeben für eine alte Handbetriebene von der ich nicht genau weiß, ob sie funktioniert und c) kommen wir noch durch, schaffen es noch auf's Sofa und der DVD Monitor ist auch noch frei ;o)
Das Schöne an dieser alten und sehr einfachen Technik ist übrigens, dass ich sie an zwei Stellen großzügig öffnen und säubern kann.
Handspindel 17.10.2011, 12.10 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in:
stashabbau

.
manchmal muss man einfach mal an seinen Garnvorrat gehen und was draus stricken. Und da mir für diesen Winter noch ein paar (sic!) mitteldicke Pullis fehlen, fing ich mit diesem hier an.
Stino-Ringelpulli, kurz gehalten, aus S&S Merino Naturgarn, deutsches Merino in naturhellgrau und -dunkelgrau.
Und weil es so schön ist, hier noch ein Tuch:
.

.
vor Urzeiten hatte ich mal zum Ausprobieren verschiedene Seidenbricks mit synthetischen Farben gefärbt gehabt. Dann zu Singles gesponnen und die lagen nun so rum. Eingentlich zu nichts zu gebrauchen. Also wurden sie jeweils mit sich selbst verzwirnt und eins nach dem andern zu dem Tuch verstrickt.
Muster ist beim Stricken entstanden, einfach von oben angefangen und dann nach Gefühl zugenommen. Von links nach rechts ca 200 cm, von oben bis zur Spitze ca 80 cm. Nicht riesig, aber grade groß genug.
.
Auf den Ohren habe ich im Moment: Dreadnought von Cherie Priest. Der ziemlich coole dritte Band aus ihrem Clockwork Century. Band zwei ist leider als Buch nicht mehr erhältlich, aber dafür gibt es ihn als Hörbuch. Und Band eins ist Boneshaker, einer der besten Steampunk-Romane, die ich bislang kenne. Für die Deutschleserinnen sei angemerkt, dass Boneshaker für nächsten Februar auch auf Deutsch angekündigt ist.
Handspindel 10.10.2011, 16.43 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Stricken / Knitting
Beizen von Baumwolle und Leinen
Kurz, ich habe alles mögliche ausprobiert. Und weil in letzter Zeit immer mehr Leute auf den Geschmack mit Pflanzengefärbten Bast- und Zellulosefasern kommen, dachte ich mir, ich gebe meine Erfahrungen in diesem Bereich mal weiter.
.

Meine Erfahrungen mit dem Beizen von Bast- und Zellulosefasern lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Die Art der Beize ist nicht entscheidend. Wichtig ist eine gründliche Reinigung vor dem Beizen/Färben. Dabei sollte man sich nicht auf einen Waschgang in der Waschmaschine verlassen. Baumwolle und Leinen enthält von Natur aus Harze und Öle, die eine Aufnahme der Beize und auch der Farben verhindern. Werden diese Stoffe nun in einer Dreistufenbeize erst in Soda ausgekocht, dann in Tannin ausgekocht und schließlich noch in heißes Alaun gelegt, so ergibt sich eine Reinigung durch den Beizvorgang. Was meines Erachtens überflüssig ist.
.

Am Besten ist es vor dem Beizen bislang ungebrauchte Stoffe in ausreichend Wasser in einen großen Topf zu geben und mit 3 - 4 gehäuften Esslöffel Soda und ein paar Seifenflocken (oder etwas Spülmittel) AUSZUKOCHEN! Damit ist wirklich zum Siedepunkt erhitzen und eine Stunde auf dieser Temperatur halten gemeint. Keine Angst, den Stoffen passiert nichts. Danach läßt man die Seifenbrühe abkühlen bis sie handwarm ist und man gießt ab oder holt den Stoff raus. Sollte das Wasser extrem verschmutzt sein, wiederholt man den Vorgang. Nun kann der Stoff in aller Ruhe in die Waschmaschine um von der Lauge befreit zu werden.
Danach ist er bereit zum Beizen. Nach den ganzen Experimenten, die ich gemacht habe, reicht eine Standard Kaltbeize von Karin Tegler, die man allerdings auf 50 - 60 Grad für eine Stunde erhitzt und dann läßt man den Stoff darin über Nacht liegen. Oder man nimmt 10% Alaun (auf das Trockengewicht des Stoffes). Das Alaun muss in sehr heißem Wasser aufgelöst werden. Alaun hat eine ganz schlechte Kaltlöslichkeit. In den Beiztopf geben, gut verrühren, damit es sich gut verteilt und den nassen Stoff reinlegen, damit die Aufnahme des Alaun gewährleistet wird. Mit diesem Alaun wird der Stoff in der Beize nun etwa eine Stunde auf bis zu 90 Grad erhitzt und dann im Topf erkalten lassen.
Man kann auch Karins Kaltbeize kalt ansetzen und den nassen Stoff darin einlegen, dann muss er aber mindestens 2 Tage in der Beize liegen bleiben.
Eine weitere Möglichkeit der Beize ist eine einfache Tanninbeize. Dieses Tannin kann aus verschiedenen Pflanzen stammen, allerdings wird es immer auch eine Grundfärbung ergeben. Das Katechu (beige), Myrobalan (wird einen Gelbstich hinterlassen), Eichenrinde (beige bis dunkelbraun), Eicheln (beige bis dunkelbraun), Walnussblättern (gelb bis beigebraun), Tara (nahezu neutral) stammen. Oder man nimmt Oxalsäure aus Rhabarberblättern, Sauerampfer, Wiesenampfer oder anderen Sauerpflanzen. Diese werden alle einen Gelbstich hinterlassen.
Je neuer der Stoff, desto mehr petrochemische Nebenstoffe befinden sich noch in der Baumwolle. kommerzielle Baumwollstoffe werden mit diversen petrochemischen Ölen und anderen Chemikalien bis hin zu Formaldehyd konditioniert um sie leichter spinnbar, webbar und auch für den Verbraucher leichter waschbar zu machen. Leider dringen diese Stoffe nicht nur im Laufe der Zeit in unseren Körper ein, sie werden nach und nach mit der Wäsche auch ausgewaschen und gelangen so in unseren Trinkwasservorrat und für uns Färberinnen, sie verhindern effektiv eine Aufnahme der Farben. Daher ist eine gründliche Reinigung absolut notwendig.
.

.

.
Krapp auf alter Baumwolle, gebeizt mit Kaltbeize
Handspindel 28.09.2011, 11.47 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Farben / Dyeing
Farbproben

ich hab dann mal gefärbt.
Das sind alles Farbproben aus den Farbextrakten. Eine nähere Beschreibung mit ansprechenderen Bildern könnt ihr in meinem andern Blog finden ;o)
Ganz rechts ist übrigens eine Weste, nur für mich, aus gefilztem Wolletamin mit einer kleinen Spitzenbordüre unten und mit Rhamnus gelb und schließlich mit Indigo blau bzw grün gefärbt. Die kriegt ihr die Tage (hoffentlich) hier näher zu sehen. Denn wie gesagt, die ist nur für mich ;o)
Und ganz links ein Oberteil. Auch das ist noch nicht ganz fertig, landete aber schon einmal im Farbtopf. Mal sehen, was aus dem noch wird.
Handspindel 26.09.2011, 18.10 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Farben / Dyeing
Armbänder
Jedenfalls hängen die mir im Moment auf den Ohren. Dankenswerterweise kann man ihre CDs als Download bei ihnen im Shop kaufen. Sprich, sofortige Befriedigung des akustischen Verlangen.
Ich sag's ja schon seit letztem Jahr, Steampunk wird der neue Vampire Hype. Ebenso wie Vampire ist Steampunk schon ein bisschen älter (und meine goggles habe ich auch schon seit fast 15 Jahren *g*) aber ich prophezeie immer noch, es wird der nächste Hype. Wie dem auch seien mag, ich fahr drauf ab und ich werd noch drauf abfahren, wenn es kein Hype mehr ist. Bis dahin hoffe ich auf ein paar nette Kinofilme und Serien. Einen Kinofilm durfte ich letzten Montag sehen: The Three Musketeers. Eigentlich zu früh für klassischen Steampunk aber ich sag nur: Luftschiffe!!! So cool. Der Film ist Trash vom Feinsten. Auf sowas steh ich.
Jedenfalls hängen mir die Neobedouins von Abney Park im Moment in den Ohren und sowas begwegt immer was in meinem Hirn, was meistens eine kreative Attacke zur Folge hat. Diesmal sind es Armbänder, und weil ich soviele Armbänder nun auch nicht tragen kann, wurden sie nun bei etsy eingestellt. Daher auch die neuen Thumbnails im linken Frame.
Nähere Beschreibungen sind bei nemo ignorat zu finden hier nur ein paar Bilder ;O)
.



Handspindel 24.09.2011, 08.07 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Quilten Patchwork
Shop eröffnet
Im Juli probierte ich ja die Pflanzenfarbextrakte von Couleurs de Plantes aus. Und ich bin nachwievor von ihnen begeistert. Daher habe ich mich vor ein paar Wochen relativ spontan dazu entschlossen die Farbextrakte nach Deutschland zu importieren und hier zu verkaufen.
Es gibt die Extrakte nun als einzelne Farben und als Färbekits mit jeweils 5 Farben und vorgebeiztem Garn auf meinem neuen Blog:
zu kaufen.
Eine Preisliste könnt ihr hier finden: nemo-ignorat/preisliste
Desweiteren werde ich im Laufe der Woche noch anfangen selbstgenähte Accessoires (in der Regel aus alten und häufig pflanzengefärbten Stoffen) auch auf nemo ignorat anzubieten.
Handspindel 19.09.2011, 08.56 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Farben / Dyeing
Herbst / autumn

Herbst / autumn
./
Usually, the first chestnut is my sign for the beginning of autumn ... ;o)
Handspindel 07.09.2011, 16.02 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
In eigener Sache
Ich bin im Umbruch. Ich habe mein Fertigdesignblog auf DIY umstellen lassen, weil es demnächst noch ein weiteres Blog von mir geben wird. In diesem werde ich dann Pflanzenfarbextrakte und diverse Färbe-Kits anbieten. Und da wollte ich, dass beide Blogs ein ähnliches Aussehen haben.
Ein bisschen Geduld noch. Die Umstellarbeiten werden noch ein paar Tage dauern, dann gebe ich auch die Adresse des neuen Blog bekannt.
Bis dahin, danke für euer Verständnis ;O)
Handspindel 04.09.2011, 11.02 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
Sommer im Glas / preserved summer
./
During the last 4 weeks, I was mainly found in the kitchen. Canning fruits and vegetables. About 100 jars full of jam, marmelade, stewed fruits and veggies. Preserved summer.
.
.Ich wurde tatsächlich die letzte Zeit immer wieder gefragt, warum ich mir die Arbeit überhaupt mache? Und ja, es ist Arbeit. Die ersten 2 kg sind vielleicht noch Spaß, aber die folgenden 50 nerven einfach nur noch. Meine Antwort: Ich ziehe mein Essen lokal und saisonal vor. Das bedeutet, dass ich im Winter hauptsächlich bei Karotten, Kartoffeln, Kürbis und Äpfeln lande. Obst und Gemüse halt, das man über den Winter einmieten kann. (Ich weiß, es gibt noch die riesige Familie der Kohlgewächse, die ich einfach nicht mag.) Jedenfalls helfen die eingeweckten Sachen dann dabei den Speiseplan etwas aufzulockern. Und sie sparen mir Zeit. Oder die Zeit, die ich nun investiert habe, kriege ich im Winter damit wieder raus, dass ich einfach nur ein Glas Gemüse aufmachen und erwärmen muss. ;o)
./
After 5 kg peaches (don't ask how relieved the poor little tree was after I've picked the last fruit) there are only some sweet pepper and tomatoes and the quinces (some time this week) left for preserving. Provided I've did nothing wrong during canning, we are well cared for this winter.
I actually was asked why I did all this work. And I can assure you, it was fun the first 2 kilos, the other 50 were only work. I prefer to eat local and seasonal. Which means during winter there are carrots, potatoes, pumpkins and apples. (And cauliflower and cabbage, both of which are not my favourites.) Preserving fruits and veggies helps to bring variety into our meals. And I save time as well. Or better, I now spend some time into canning and have this time at my leisure later during the winter, when I just have to warm up some veggies and throw some rice or noodles in the water. ;o)
Handspindel 04.09.2011, 10.59 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: slow craft / Nachhaltigkeit | Tags: slow craft sustainability nachhaltigkeit einkochen
Tagetes und Coreopsis

zwei Unter-/Nachthemden aus den 1930ern. Mit Kaltbeize gebeizt, oben rum etwas mit einem Keil erweitert (offensichtlich hatten die Damen damals ein bisschen weniger Oberweite als ich *g*), bei einem unten ein paar Häkelspitzen eines Tischdeckchens angenäht und mit den Blüten von Coreopsis und Tagetes "bedruckt". India Flint läßt grüßen.
./
two vintage nightshirts from the 1930s. Mordanted in cold mordant, inserted a godet at the sides. I seem to have more bust than the women back then. One got some decorative corchte lace from an vintage doily. Ice/bundle print a la India Flint with coreopsis and tagetes flowers.
.

Handspindel 26.08.2011, 07.54 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Farben / Dyeing
Häusliche Tätigkeiten /Domestic chores
Was macht man, wenn der eigene Garten trotz Vernachlässigung vor Obst überquillt und der Mann von der Schwiegermutter noch 30 kg diverses Gemüse und noch einiges Eingefrorenes mitbringt? Man kocht ein. Wie doof.
Die letzten 14 Tage gab es: 18 Gläser Orangenmarmelade (die Orangen waren frisch und bio aus Italien und ich konnte nicht widerstehen, weil ich Orangenmarmelade mit Schalen so liebe), 10 Gläser Pflaumenmus, 5 Gläser erstes Apfelgelee von Falläpfeln, 10 Gläser Heidelbeermearmelade, 10 Gläser schon fertige Gemüsesuppe sterilisiert und ein großes Glas voll mit getrocknetem Gemüse für Suppe und ein ebenso großes Glas voll mit duftenden getrockneten Pilzen.
Außerdem wurde ein großes Glas gemischtes Gemüse a la Kimchi zum Fermentieren hingestellt. Wollte ich die ganze Zeit mal ausprobieren ;o)
Nun sind nur noch zwei Wannen mit Paprika und eine mit Tomaten übrig. Von den Kartoffeln, den roten Beete und dem Kohlrabi und den Gurken rede ich schon gar nicht.
Im Garten ist das nötigste erledigt um die Herbstbepflanzung zu machen. Ich will Waid säen und mal schauen, was sonst noch so anfällt. Und ich teste nun jeden Tag die Äpfel und halte die Quitten und Pfirsiche (alle drei Bäume biegen sich von der Last, es wird Zeit, dass ich sie abernten kann) unter Beobachtung um sie sofort zu ernten, wenn sie reif sind. Was nur noch ein paar Tage oder höchstens ne Woche dauern kann.
Ich geh dann mal wieder in die Küche Gemüse schnipseln ;O)
./
What to do when hubby comes back from MIL with roughly 30 kg of veggies and fruits although ones own garden is bursting from yummy harvest? Canning like mad.
During the last 14 days I cooked jams and marmelades: 18 glasses orange marmelade rough cut (the oranges were fresh and organic from Italy on the market, I could not resist - that was before I knew what would happen later the week); 10 glasses of plum butter, 10 glasses blueberry jam; 10 glasses of canned ready made veggie soup and a large glas full of dried veggies and another large glas full of wonderful aromatic dried mushrooms.
Another large pot full of kimchi style fermenting veggies. I always wanted to try it since I got 'wild fermentation' by Sandor Ellix Katz.
Now only two troughs of sweet pepper and another full of tomatoes are left. Not to mention the potatoes, red beet and turnips.
I am constantly monitoring the apple, peach and quince trees, which are sighing under their burden because they may be ripe any day now. It will be a relief for the poor trees.
Most other garden chores are finished and it is ready to bring out my woad seeds (but it is still too early for it). And I'm off to the kitchen cutting veggies ;O)
Handspindel 17.08.2011, 08.04 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
Buchbesprechung: India Flint. second skin
India Flint. second
skin. choosing and caring for textiles and clothing. Murdoch Books.
2011. ISBN 978-1-74796-721-0
.

Über die letzten vier Tage hinweg hatte ich ein fesselndes, amüsantes und spannendes Lesevergnügen. India Flints Schreibstil ähnelt inzwischen dem von Elizabeth Zimmermann in A Knitter's Almanach und besonders in Knitting Around. Er ist biographisch durchsetzt, geschrieben in einer sehr persönlichen Sprache und voller praktischer Hinweise und Tipps und trotz allem sehr bodenständig.
second skin ist meiner Meinung nach eines dieser wenigen must-have Bücher wenn man seine Garderobe umwelt- und ressourcenverträglicher machen möchte. Natürlich sind viele Gedanken und Hinweise nicht neu, aber sie sind in second skin gut lesbar verpackt und in einem Buch konzentriert zusammengefasst. Das allein macht es so empfehlenswert.
Falls es tatsächlich jemanden in der Färberinnenwelt geben sollte, der India Flint noch nicht kennt: Sie ist die Autorin von eco colour: botanical dyes for beautiful textiles. 2008 erschienen und schon ein Klassiker. Denn in ihm beschreibt sie bundle dyeing, leaf prints, hapa-zome und all die anderen spannenden Färbemethoden, die über aufkochen, abseihen, Fasern reinwerfen, wieder aufkochen hinausgehen und war damit ähnlich einflussreich im Gebiet der Färberei wie Jude Hill es bei den Quiltern ist oder Elaine Lipson beim Definieren von Slow Cloth war.
Dabei ist second skin
kein (reines) Färbebuch, soviel vorweg. Es ist ein Buch über
Textilien, ihre Herkunft, die verwendeten Ressourcen, wie unsere
schnellwechselnde Mode unseren Planeten und alle Lebewesen, die damit
zu tun haben zerstört und wie man es für sich selbst anders, besser
machen kann. Und vor allen Dingen aber geht es um die eigene Haltung
Textilien und Mode gegenüber.
.

.
Machen wir uns nichts vor. Die Kleidungsindustrie zerstört unseren Planeten in einem ähnlichen Maß wie die Herstellung industrieller Lebensmittel es tun. Wir essen und tragen Erdöl in Form von Kühen, Mais, Soja, Baumwolle, Kunstfasern und synthetischen Farben (um nur ein paar wenige Dinge zu nennen). So wie das billige Supermarktfleisch eines Rindes den Gegenwert von ca 100 bis 120 Liter Öl darstellt*, so funktioniert unsere schnelle Mode auch nur dank des beständig von der Petrochemie angetriebenen Erdölmotors. Dem gilt es entgegenzuwirken und Bücher wie second skin helfen dabei. (Vorausgesetzt man kann Englisch, das große Manko an all diesen Büchern.)
Nach einer allgemeinen
Beschreibung von Fasern und ihrer Herstellungsweise, geht es um
interessante Themen wie 'Wahl der Bekleidung' (Clothing choices Kap.
3), 'Zusammenstellung der Garderobe' (Planning your Wardrobe, Kap.
4), die 'Herstellung von Bekleidung' (Making clothes, Kap. 5), was
sich bei ihr besonders auf Nähen bezieht, und dann die für mich am
wichtigsten Kapitel wie 'Pflege der vorhandenen Kleidung' inklusive
Waschanleitungen (Maintanance, Kap. 6), vorhandene 'Kleidungsstücke
einem neuen Zweck zuführen' (Repurposed and repurposing fashion,
Kap. 8), 'Flicken, Filzen und im Zweifel Stoffschnüre herstellen'
(When all else fails, Kap 9) und natürlich 'Färben' (Dyeing as if
life depended on it, Kap. 10). Dazu kommt eine Galerie, in der
bekannte und weniger bekannte Textilkünstlerinnen vorgestellt
werden. Natürlich findet sich Jude Hill dort wieder, ebenso wie
Christine Mauersberger aber auch für Europäerinnen vielleicht
unbekanntere Namen wie Emma Christie, Holly Story und etliche andere
mehr.
.

.
Optisch erinnert second skin an eco colours. Was durchaus Sinn macht, zeigen doch die meisten Bilder Werke von India Flint und die zeichnen sich einfach durch einen leicht wiedererkennbaren Stil aus. Die schöne Aufmachung und die qualitativ hochwertige Bindung lassen das Buch ebenso zu einem Lesebuch für Nachtisch wie ein repräsentatives Buch für den Wohnzimmertisch (coffee table book) sein. Womit dann auch wieder der relativ hohe Preis von kanpp 30 EUR gerechtfertigt wäre.
India Flint gehört zu den Handwerkspersonen, die mich mit am meisten beeinflusst haben und immer wieder neu inspirieren. Für mich steht sie in derselben Reihe wie Priscilla Gibson-Roberts, Elizabeth Zimmermann und Kaffee Fasset. Menschen, die anregen und kreativ verändern wollen und ihr Geld nicht allein dadurch verdienen, dass sie ein Anleitungsbuch nach dem anderen schreiben. In second skin schreibt India Flint voll aus meinem Herzen, auch wenn ich sicher nicht in ein paar Jahren rumlaufen werde wie eine kleinere Ausgabe von ihr. Denn reine gedankenlose Nachahmung ist nicht ihr Ziel. War es schon nicht bei eco colours und ist es wieder nicht bei second skin. Das Ziel ist Denken zu verändern, eine eigene Haltung zur eigenen zweiten Haut, unserer Kleidung, zu finden, die mit einem Leben auf diesem Planeten vereinbar ist. Es geht um ein bewussteres Erleben unserer näheren Umgebung und unseres eigenen Lebens. Und all das schafft sie in ihrem bodenständigen Stil ganz ohne Esoterik. Wofür ich ihr wirklich dankbar bin.
Da ich selbst nähe, fand ich natürlich besonders ihre Kapitel über die Pflege und das neu Aufbereiten von Kleidungsstücken spannend. Sie beschreibt hier Näh- und Flicktechniken, wie man unterschiedliche Materialien am besten wäscht, bzw warum es in den meisten Fällen gar nicht nötig ist zu waschen und sie stellt verschiedene Grundformen von Kleidungsstücken vor, die eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzen und beschreibt wie man sie am besten herstellt. Sie geht auf Fragen ein, wie viele Kleidungsstücke ein Mensch eigentlich wirklich braucht und bietet Hinweise, wie man seine eigene Garderobe am besten an die eigenen Bedürfnisse anpasst. Besonders spannend fand ich ihre Methoden wie man den besten Stil für sich selbst findet. Auch ihr Färbeteil bringt neue Erkenntnisse, auch wenn er natürlich nicht so ausführlich sein kann wie ihr letztes Buch eco colour. Es ist also für reine Färberinnen nicht ganz vergeudet. Wobei der Färbeteil natürlich nur einen sehr geringen Anteil am ganzen Buch hat.
Natürlich muss man bedenken, dass sie einen Idealzustand beschreibt, den auch sie nicht vollkommen erfüllt. Denn auch sie kauft immer noch neue Seide und neue Wollstoffe für ihre Theaterkreationen und reist vor allen Dingen mehrfach im Jahr durch die Welt, in der Regel – wie ich annehme – im Flugzeug. Ihr Zuhause hat sie auf einer australischen Farm mit Schafen, Hühnern und Pferden und einem alten Schmiedegebäude mit offenem Kamin, über dessen Feuer sie ihre Eukalyptus-Färbungen macht. Und ihre Eukalyptusblätter sammelt sie in der näheren Umgebung aus Windbruch. So wie ihr Kleidungsstil nicht auf alle Menschen übertragbar ist, so kann auch ihr Lebensstil nicht eins zu eins übertragen werden. Gerade für uns städtische Europäerinnen ist immer eine Transferleistung beim Lesen notwendig. Unsere bio-regionale Lebenserfahrung sieht einfach anders aus. Aber genau darum geht es eben. Eine eigene Beziehung zu unserer eigenen Bio-Regionalität zu unserem eigenen Lebensraum zu finden. Und India Flints Hinweise, Techniken und Ideen, die Anregungen anders mit unserer zweiten Haut umzugehen, können wir jederzeit auf unser Leben übertragen und einfließen lassen.
Ich bedauere es sehr, dass sich noch kein Verlag gefunden hat, der bereit ist beide Bücher übersetzen zu lassen. (Falls ein Verlagsrepräsentant hier mitlesen sollte: ich bin übrigens Übersetzerin von Hause aus und beherrsche aufgrund meiner jetzigen Tätigkeit das entsprechende Lexikon.)
Wer übrigens mehr Hintergründe über die Entstehung unserer Kleidung haben will und wie fast fashion überhaupt zustande kam, sollte Lucy Siegles Buch To Die For. Is Fashion Wearing out the World. 2009 lesen. Leider auch nur auf Englisch erhältlich.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
*Michael Pollan. The Omnivore's Dilemma. 2007 (auch auf Deutsch erhältlich)
Handspindel 04.08.2011, 08.53 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Färbebücher
Nochmal Bunt mit Pülverchen 2
.

.
Ich habe diesmal die Farben deutlich niedriger dosiert (etwas weniger als 1 g Pulve auf 500 ml) und versucht die Farben im Strang getrennt zu halten, damit man sie besser erkennen kann. Die Lichtverhältnisse sind heute natürlich wieder nicht brilliant, so dass die Farben heute etwas blasser erscheinen als sie sind.
Hier erkennt man die echten Farben eines Stranges besser:
.

Und hier ein Strang im Vergleich zu dem schon angestrickten der letzten Färbung:
.

Bei meiner ersten Färbung habe ich die Farbpulver noch zu hoch dosiert gehabt. Das erkannte ich als a) das Grün versuchte quasi alles zu überdecken und b) weil ich noch für meinen Geschmack unglaublich viel auswaschen musste. Und am obigen vorwiegend grünen Strang, den ich da schon einmal angestrickt habe, merke ich auch, dass sich das grün noch immer etwas abreibt beim Stricken. Nicht viel, aber der feine Streifen am Zeigefinger ist da. Da bin ich mal gespannt, wie es nach dem ersten Waschen des Socken aussehen wird.
Den vorwiegend lila Strang habe ich dann vorgestern angeschlagen und bei dem reibt keine Farbe ab.
Ich merkte aber auch gestern beim Anrühren der Farben, dass das Chlorophyllgrün sehr ergiebig ist. Während ich bei den anderen Farben mit diesem knappen 1 g auf 500 ml Wasser gut hingekommen bin, musste ich das Grün noch einmal verdünnen. Bei ihm dürfte die Hälfte auch reichen.
Bei den gestrigen Strängen wusch sich kaum noch Farbe aus. Wie sie sich beim Stricken verhalten werde ich dann so nach und nach sehen. Es wird ein Winter der bunten Socken werden ;o)
Bislang muss ich sagen, bin ich mit den Farben und den Ergebnissen sehr zufrieden. Sie sind mir schon fast zu bunt, aber da muss ich wohl noch ein bisschen mehr mischen.
Die letzte Woche gefärbten Stoffe würde ich auch gern zeigen, aber ich kriege die Farben nicht einigermaßen echt aufs Foto. Meine Kamera, so zufrieden ich auch sonst mit ihr bin, gleicht dunklere Farben gerne mal aus und macht sie heller. Da muss ich mir noch was überlegen und vielleicht doch mal die 300 Seiten starke Anleitung lesen *stöhn*
Und morgen gibt es dann eine Rezension des neuesten Buches von India Flint: second skin.
Handspindel 03.08.2011, 08.41 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Farben / Dyeing
Naturbunt mit Pülverchen

Die Farben sind in Wirklichkeit etwas kräftiger und dunkler, aber bei der Beleuchtung draußen geht's im Moment nicht besser.
Synthetische Farben enthalten Schwermetalle. Es gibt zwar auch die schwermetallfreien Farben, aber die haben immer noch das Problem petrochemischen Ursprungs zu sein. Sprich, wir färben dann immer noch mit Erdölprodukten und es wird keine Ewigkeit mehr dauern, bis die fossilen Reserven dieses Planeten nicht mehr vorhanden sind. (Bzw wir die Wahl haben werden, ob wir zugunsten eines bisschen Ölsand ganze Landstriche verwüsten wollen.)
Mit dem herkömmlichen Naturfärben bekam ich diese wolkig schön bunten Sockenwollen nicht hin, so wie ich sie mag. (OK, eigentlich liebe ich Ringel, aber die changierend bunten SoWos sind das nächstbeste und damit meine ich nicht die wildernden, mit den starken Kontrasten.) Auf dem ISEND 2011 sah ich dann die Pflanzenfarbenextrakte. Das sind Pülverchen, wie die synthetischen Säurefarben, die man letztendlich auch so anwendet. Nur muss man die Wolle vorher eben beizen.
Gebeizt wurde die Sockenwolle (Seide/Ramie/Wolle) von S&S mit 8% Alaun. Schlichte Beize ohne Aufwand. Und dann habe ich die Sockenwolle eine Stunde in warmen Wasser eingeweicht (es war schon ein paar Tage her, dass sie aus der Beize gekommen war), in einen flachen Topf gelegt und mit den in Wasser gelösten Farbpülverchen begossen. Etwas einziehen lassen und schließlich mit Wasser aufgefüllt, damit nichts anbrennt beim Aufkochen lassen. Auf den Herd, Deckel drauf und ab Moment des Blubberns eine Viertelstunde köcheln lassen. Danach kam der schwierigste Teil: Zur Sicherheit habe ich die Sockenwolle noch über Nacht in dem Topf auskühlen lassen. Nicht nachsehen, rumstochern und rausholen, war die größte Herausforderung. Am nächsten Tag, nach etwa 18 Std, wurde das Garn gründlich ausgewaschen.
Das Wasser im Topf war weitgehend klar, aber es hat sich noch einiges ausgewaschen. Was wahrscheinlich daran liegt, dass ich die Dosierung noch nicht so recht draufhabe. Ich muss weiter experimentieren.
Die verwendeten Farben waren: Blauholz, Krapp, Persian Berry (Beeren des Rhamnus saxatilis, auch Avignonbeere genannt), Chlorophyll und Catechu.
Der eine Strang ist ein bisschen arg lila geworden, aber da ging das Blauholz mit mir durch.
Bislang bin ich von Anwendung und Ergebnis begeistert. Ich denke, man kann auch deutlich vorsichtiger mit den Farben färben, dann wird alles nicht so dunkel, wobei ich mich darüber nicht gerade beklage. Nun muss erst einmal ein Strang verstrickt werden (als ob ich sonst nichts zu tun hätte *g*) und auf Langlebigkeit getestet werden und wie sich die Farbe in der WaMa verhält. Wobei ein Tuch aus Etamine de Laine, welches ich versuchsweise in einer Kaltfärbung auch mit den Farben gefärbt habe, hat den Gang durch die WaMa ohne Probleme überstanden. Auf 30 Grad mit Feinwaschmittel, weil ich grad nichts schonenderes zur Hand hatte.
Ich werde weiterberichten.
.

Quelle der Naturfarbenextrakte: Coleurs des plantes über The Mulberry Dyer (haben im Augenblick etwas technische Probleme mit ihrem online shop, aussuchen und Email an Deb ist besser) und Renaissance Dyeing. Maiwa verwendet übrigens die Farben von Coleurs des plantes und da Maiwa in Kanada und CdP in Frankreich sitzen, lohnt es sich nicht die Farben über Maiwa zu ordern.
Handspindel 25.07.2011, 05.35 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Farben / Dyeing
Ich nähe noch / still sewing

soweit ist der Quilt aus den naturgefärbten Stoffen vom letzten Jahr bislang gediehen. Quasi das Mittelstück, denn dieser "Streifen" ist 2,40 m lang und 65 cm breit. Nun arbeite ich an den Außenteilen.
Außerdem habe ich noch einen Sofaüberwurf genäht, von dem es aber noch kein Bild gibt. Kommt noch.
./
Thus far the quilt from my natural dyed fabrics. 2.40 m long and 65 cm wide. More like a middle part of a larger quilt. And right now I'm sewing at the outer parts. Rather tedious work. Mind, all ist hand sewn.
And in between, I've sewn a blanket for my sofa. But no photo yet.
Handspindel 15.07.2011, 07.32 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Quilten Patchwork
Eichenrinde / oak bark
.

dies ist Eichenrinde auf Wolle. Dazu habe ich die äußere Rinde einer im Sturm umgefallenen Eiche gesammelt, im Häcksler zerkleinert, einige Tage die Stücke eingeweicht, dann aufgekocht, die Rindenstücke rausgeholt und später schließlich die ungebeizte Wolle und ein paar Stoffstücke in den Sud gegeben und noch einmal aufgekocht. Ein paar Stunden auf dem Holzfeuer heiß gehalten und über Nacht stehengelassen.
Ich mag das Braun und die Wolle fühlt sich nicht rau an wie manchmal bei Walnussfärbung.
./
Oak bark on unmordanted wool yarns. A fallen oak donated the bark. I shreddered the outer bark in a house hold shredder, let the pieces soak for a few days, boiled them and let them cool down again. Finally, I removed the bark pieces and simmered the wool and some cotton fabrics on a wood stove for half a day. I like the brown and the wool doesn't feel harsh.
The next photo is a piece of cotton fabric. On the right, you can see the brownish colour from the oak bark and on the left it's greyish from being dipped in home made ferrous sulfate.
.

ein Baumwolldamaststoffstück (ich liebe deutsche Kompositabildung *g*). Rechts kann man das Braun der EIchenrindenfärbung erkennen, links ist es silbergrau durch einen kurzen Dip in hausgemachtes Eisensulfat.
Ich habe bislang noch nie mit Eisensulfat experimentiert (nur Rostfärbung und davon war ich nun überhaupt nicht begeistert), aber auf Baumwolle sagt mir das grau sehr zu. Ich habe noch ein weiteres Baumstoffstück, das in Tee braungefärbt wurde und dann in derselben Eisensulfatlösung grau gemacht wurde. Ich wollte auch beide nebeneinander fotografieren, aber ich kriege die Kontraste nicht auf das Bild. Vielleicht mit ein bisschen mehr Rumspielen.
Handspindel 15.07.2011, 07.28 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Farben / Dyeing
Färbebücher II: Sasha Duerr
Sasha Duerr. The Handbook of Natural Plant Dyes. Personalize your craft with organic colors from acorns, blackberries, coffee, and other everyday ingredients. Timber Press. 2010. ISB-13: 978-1-60469-071-2. 15 EUR
.

.
Das
Handbook of Natural Plant Dyes ist ein weiteres der neueren
Färbebücher auf dem Markt. Sasha Duerr ist Mitgründerin des
Permacouture Institute, einer non-profit Organisation, die sich vor
allen Dingen der Umwelterziehung von Großstadtkindern widmet.
Entsprechend finden sich in loser Reihenfolge in dem Buch Informationen darüber,
wie man einen Färbegarten anlegt (in der Regel mit essbaren
Färbepflanzen), wie man kompostiert, sich um seine Textilien kümmert
und sich Inspirationen aus der Natur holt. Exkurse über Ecoliteracy
und Local Color finden sich zwischen brauchbaren Färberezepten mit
Allerweltspflanzenfarben aus diversen Gewürzen (allen voran
natürlich Kurkuma), Kaffee und Tee, Zwiebelschalen, sowie Eicheln,
Beeren und den Blättern verschiedener Bäume und Sträucher. Während
Rebecca Burgess ihre gelb-beige Farbpalette durch Standardfarben aus
Krapp, Indigo und Cochenille erweitert, greift Sasha Duerr
ausschließlich auf Beeren und andere meist essbare Samen und Früchte
oder Küchenabfälle zurück.
.

.
Das
ist im Rahmen ihrer Färbeexperimente mit Kindern durchaus
verständlich. Aus einer einfachen Färbesession wird ein Ausflug in
die Natur. Es werden Beeren gesammelt, gekocht und gegessen und mit
ihnen gefärbt. Gerade Kinder aus so genannten Problemvierteln haben
keine Eltern, die mit ihnen auf den Markt gehen oder in den nächsten
Hofladen fahren. Sie erleben Umwelt und Natur meistens nur
(verfälscht) aus zweiter Hand über das Fernsehen und den mickrigen
Baum in ihrem Innenhof. Entsprechend ist es für sie ein wichtiges
Erlebnis, was alles mit den Pflanzen in ihrer direkten Umgebung
gemacht werden kann. Dass die Befriedigung von Grundbedürfnissen
nicht allein einer anonymen Industrie überlassen werden muss,
sondern man sich auch aus einfachen Zutaten, die man am besten noch
selbst gesammelt hat, Essen zubereiten kann und Kleidung verschönern.
.

.
Mir bereitet die Verwendung von guten Lebensmitteln zum Färben allerdings immer ein wenig Bauchschmerzen. Brombeeren oder auch Holunderbeeren sind für mich eine Leckerei, die ich nie und nimmer zum Färben verwenden würde. Einerseits. Andererseits haben gerade Beerenfarben und Kurkuma einen entscheidenden Nachteil beim Färben: sie sind nicht lichtecht und/oder waschecht. Kurkuma wird immer wieder gern genommen, weil es ungiftig in der Verwendung und leicht erhältlich ist, es ist ein Direktfarbstoff und das Gelb ist unschlagbar. Es ist allerdings so wenig lichtecht, dass man ihm beim Ausbleichen zuschauen kann. (Wir reden hier von Tagen, nicht etwa Wochen, Monaten oder gar Jahren.) Beerenfarbstoffe verblassen und verwaschen ebenfalls relativ schnell zu grau und sind schließlich nicht mehr erkennbar.
.

.
An sich habe ich auch kein Problem damit. Eine Färberin sollte letztendlich selbst darüber entscheiden, ob sie ein Erbstück herstellen will, das auch noch in 100 Jahren brilliant aussieht oder ob das beerengefärbte T-Shirt halt in 3-5 Jahren wieder neu eingefärbt werden muss. Aber ich erwarte von einem Färbebuch, dass diese Problematik thematisiert wird. Sasha Duerr erwähnt auf einer Viertelseite die Flüchtigkeit von einigen Farben, bringt in einem Nebensatz sogar Kurkuma als Beispiel, verweist dann auf die möglichen kreativen Elemente und das war's. Kein weiterer Hinweis bei den einzelnen Rezepten, keine Tabelle, nichts. (Rebecca Burgess hält diese Information übrigens auch nicht für wichtig, wie es scheint.) Mir ist das zu wenig.
Es scheint, je mehr in einem Färbebuch auf Umweltfreundlichkeit geachtet wird, je mehr es um Nachhaltigkeit und auch eine gewisse Langsamkeit des Erlebens und ein bewusstes Herstellen geht, desto weniger gelten die klassischen Aspekte der Licht-, Reib- und Waschechtheit einer Farbe. In meinen Augen ist das ein sehr bedauerlicher Trend.
Und bevor ich zu den deutlich positiven Aspekten des Buches komme, noch ein Punkt, der mich wirklich aufgeregt hat:
.

Diese Bilderreihe erscheint auf fünf Seiten und ist ein einziges Ärgernis.
Die
Aufnahme ist die einer leicht viskosen Flüssigkeit in wahrscheinlich
Wasser. Ich gebe zu, die Anordnung ist extrem ästhetisch und mir ist
auch auf den ersten Blick nichts aufgefallen. Auf den zweiten Blick
merkte ich dann, dass da etwas nicht stimmen kann und auf den Dritten
stellte ich endlich fest was es war. Die Farbwolken sind identisch.
Da dies physikalisch nicht möglich ist, wurden die vier hübschesten
Farbwolken kopiert und die Farben später eingefügt. Bildbearbeitung
auf ihrem Höhepunkt. Ich gebe zu, Fotografien von Naturfarben in
Färbebüchern sind mein Lieblingsärgernis. Aber Sasha Duerr hat
hier meines Erachtens wirklich großen Mist gebaut.
.

Doch wenden wir uns den positiven Aspekten des Buches zu.
Ihre Farbrezepte sind tadellos. Sie beschreibt sehr gut unterschiedliche Methoden des Farbextraktion (Heißextraktion, Kaltextraktion und echte Solarfärbung mit einer Bauanleitung für einen einfachen Solarofen sowie Hapa-zome und sie ist sogar so ehrlich India Flint als Begründerin dieser Methode zu nennen). Ihre Ausführungen zu Beizen (sie verwendet nur Alaun und selbstgemachtes Eisensulfat) sind prima und ihre Ausführungen zu Pflanzen, die als natürliche Beizen verwendet werden können sind gut lesbar und einwandfrei. Ich mag Ihre Färbeideen und auch die Lockerheit, mit der sie einfach (und einfache) Klamotten einfärbt und ihnen so zu einem neuen Leben verhilft. Und auch das etwas bohemian Layout sagt mir optisch sehr zu.
Ich
habe Sasha Duerr und ihre Kollegin Kately Toth-Fejel von der Londoner
Niederlassung des Permacouture Institute auf dem ISEND gesehen und
ihre Begeisterung, mit der sie sich der Umwelterziehung von Kindern
in Problemvierteln widmen ist ansteckend. Ich mag ihre Arbeit und
schätze, mit Abstrichen, auch das Buch. Wobei es deutlich kein Muss
ist.
Ich denke, es könnte sogar etwas für Färbeanfänger sein, denn wie gesagt, ihre Färbetheorien und -methoden sind tadellos. Am besten wäre es aber etwas für Kindergärtner oder Grundschullehrerinnen, die mit den Kindern diese Experimente durchziehen können. Denn machen wir uns nichts vor. Die Entfremdung von jeglichem grundlegenden Wissen und die mangelnde Erfahrung mit allem was Natur anbelangt ist nicht ein rein US amerikanisches Phänomen und auch nicht auf Kinder der so genannten sozialen Brennpunkte beschränkt. Auch dem durchschnittlichen deutschen Kind fehlt dieser Bezug in den meisten Fällen.
Handspindel 11.07.2011, 11.36 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Färbebücher
Sommermüsli
Handspindel 09.07.2011, 17.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
neue Serie: Färbebücher
Rebecca Burgess. Harvesting Color. How to find plants and make natural dyes. Artisan. 2011. ISBN 978-1-57965-425-2. ca 17 EUR

Beginnen möchte ich meine neue
Blogserie mit einem der neuesten Bücher auf dem immer stärker
wachsenden Markt der Färbebücher. Rebecca Burgess war mir vor dem
Buch schon als Macherin von fibershed* bekannt. Daher war ich sehr auf ihr Färbebuch gespannt.

Natürlich hat sie sich in Harvesting Color
nicht nur auf die Färbepflanzen bezogen, die sie in ihrem
fibershed-Umkreis finden kann. Das wäre selbst bei der Biodiversität
Kaliforniens dann doch ein bisschen eingeschränkt geworden. Und so
reiste sie durch die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika auf der
Suche nach Färbepflanzen quer durch die Jahreszeiten. Sie traf sich
mit mehreren Färberinnen, von den Rocky Mountains bis zu den mesas
von Arizona und lernte von ihnen neue und alte Pflanzen und
Färbtechniken kennen, wobei sie auch vor den Neueindringlingen unter
den Färbepflanzen, wie Japanischem Indigo (Polygonum tinctorium)
nicht halt macht.

Es ist ein Buch zum Stöbern mit vielen
schönen, ästhetischen Bildern. Wobei man wie immer bedenken muss,
dass alle Bilder in Färbebüchern nachbearbeitet sind und zum Teil
relativ banale Farben erst durch die Umgebung wirken, in der sie
präsentiert werden. Und seien wir ehrlich, in ihrer Farbpalette
herrschen die Beige- und Gelbtöne deutlich vor.

Schon das Titelbild ist dahingehend programmatisch: Zinnien mit dem von ihnen gefärbten Strang dickem Wollgarns. Das für das Cover in der Farbe vertiefte Gelb (denn im Buch sieht dasselbe Bild deutlich weniger kräftig aus) der Zinnien wird durch das kräftige Rot der Blüten vervollständigt und wirkt so viel interessanter als es ist. Ähnlich sind auch alle anderen Bilder der gefärbten Garne. Man sieht nie ein Garn allein, sondern immer in Nachbarschaft mit den meist sehr bunten Pflanzen, von denen die Farbe stammt. Und alles in einer sehr schönen Umgebung.

Daran ist prinzipiell nichts auszusetzen. Ich sehe mir immer wieder gerne schöne Bilder an. Und ohne diese Bilder ließen sich die meisten Bücher heutzutage nicht mehr verkaufen. Trotzdem kriege ich dabei ein bisschen Bauchgrimmen. Denn Färbebücher haben etwas mit Kochbüchern gemeinsam: man will am Ende das rausbekommen, was man auf dem Bild sieht. Nun kann eine erfahrene Köchin das vielleicht auch noch hinbekommen, die eher normal erfahrene Köchin hat damit dann schon wieder Probleme. Und so aussehen wie auf dem Bild wird es ohnehin nie. Noch schlimmer ist es bei Färbebüchern, wo noch deutlich mehr Variablen hinzukommen. Unterschiedliche Wasserqualität, die Zinnien liefern dieses Jahr einfach kein schönes Gelb, sondern ein Graubeige, andere verwendete Wolle usw. Und selbst wenn die Zinnie dasselbe Gelb daheim liefert, das sie auch auf dem Bild zeigt, so bleibt es daheim dann ein einfaches, banales Gelb, das man auch mit allen möglichen anderen Pflanzen erreichen kann. Denn die Stimmung des Bildes fehlt. Das ist wie mit dem wunderbaren Wein, den man im Urlaub immer trinkt und der daheim einfach banal schmeckt. Farben und Geschmäcker sind eine sehr subjektive Angelegenheit, die viel mit Stimmung und Momenten zu tun hat. Daher schwanke ich bei dieser Art Bücher auch immer etwas.

Einerseits hat Rebecca Burgess ein sehr schönes, ästhetisches Färbebuch geschaffen mit auch sauberer Methodik und wenig Tamtam um die Rezepte. Andererseits begeht sie dieselben Fehler wie alle anderen auch. Sie gauckelt der Leserin eine Farbenwelt vor, die man so nur schwer erreichen wird. Und sei es allein, weil mein 60er Jahre Haus, in dem ich lebe, halt nicht die leicht nostalgische Atmosphäre einer Laura Ingells auf der Prärie hat.

Nichtsdestotrotz mag ich das Buch. Wie gesagt, die Färbeechnik ist sauber, die Texte gut und ich mag ihren Nachhaltigkeitsaspekt. Ich hoffe aus dieser Sicht noch etliche andere Färbebücher die nächsten Jahre in die Hand zu bekommen. Was mir aber am meisten gefiel war, dass Rebecca Burgess die erste Färberin ist, die auch einmal die chemischen Daten mitliefert, wie die Beizen und Zusatzstoffe unserer Färberei die Umwelt beeinflussen. Denn selbst die harmlosen unter den Metallsalzen, wie Alaun und Eisensulfat, schädigen besonders das amphbische Leben im Wasser. Amphibien und Fische sind unglaublich empfindlich gegen sogar kleinste Mengen aller möglichen Stoffe. Und Burgess rechnet aus, wie wenig Alaun schon ausreicht um Amphibien nachhaltig zu schädigen.
Sie beizt mit 0,5 ounces Alaun per 6 gallons Wasser. (Das sind umgerechnet 14,5 GRAMM Alaun auf 27 Liter Wasser!) Was auf 650 ppm = parts per million Alaun kommt. (ppm entspricht Milligram pro Liter. Also nicht wirklich viel.) Davon wird etwa die Hälfte von der Wolle aufgenommen. Was bedeutet, es bleiben im Wasser noch 325 ppm Alaun übrig, die einfach weggekippt werden. Leider reichen schon 0,06 ppm Alaun aus um eine Lethale Dosis von 50 % (LD50) zu erreichen. Dass heißt, die Hälfte der Frösche in einem Gewässer kann bei einer Konzentration von 0,06 Milligramm Alaun pro Liter über 24 Stunden getötet werden. Goldfische sind immerhin etwas widerstandsfähiger und benötigen 250 ppm Alaun, damit 50% der Population sterben.
Wir reden hier von unglaublich geringen Mengen. So gering, dass die bisherigen Empfehlungen seine restlichen Beizen und die Färbesude einfach so weit wie möglich zu verdünnen, einfach nicht mehr aussreichen. Ich denke, und das sehe ich als ein großes Plus dieses Buches an, wir müssen dahingehend auch im Hausfärbebereich deutlich umdenken. Ich verwende inzwischen eigene Töpfe nur für die Beizen und die werden einfach immer mal wieder mit Alaun bzw den entsprechenden anderen Beizen, aufgefüllt. Ausgewrungenes Beizwasser landet wieder in dem Topf. Und wenn der Flüssigkeitsspiegel zu sehr sinkt, wird mit Wasser wieder aufgefüllt. Ein relativ geschlossenes System eben. Und eine ähnliche Empfehlung gibt auch Rebecca Burgess.

Ansonsten: Harvesting Color ist ein spezifisch amerikanisches Buch. Zu jeder besprochenen Pflanze gibt es eine Verbreitungskarte Nordamerikas. Sicherlich wachsen auch einige dieser Pflanzen hier. Sei es nun weil zB Walnuss einfach ein Baum ist, der sich über die gesamte nördliche Hemisphäre verbreitet hat oder sei es weil die Kermesbeere (pokeweed/pokeberry oder Phytolacca americana) schon im 18. Jht in Südeuropa eingeführt wurde und nun zumindest bis in unserem Raum als wirklich aufdringlicher Strauch wächst. Aber die meisten Pflanzen leben einfach irgendwo auf dem nordamerikanischen Kontinent. Diese Konzentration auf Nordamerika sei ihr als amerikanischer Autorin nicht nur zugestanden, sondern es macht auch Sinn. Sie will das regionale betonen. Die regionalen Färbepflanzen fördern und den Blick auf das Lokale wieder stärken. Allerdings bedeutet das auch für uns Europäerinnen, dass dieses Buch nur bedingt geeignet ist. Die allgemein nützlichen Hinweise und spannenden Aussagen lassen sich auf wenige Seiten zusammenfassen.

Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich a) mir anscheinend alle Färbebücher kaufen muss, die mir in die Finger kommen und b) ich Rebecca Burgess' fibershed Idee mag. Außerdem bin ich immer wieder aufs Neue gespannt, was so ein neues Färbebuch an frischen Ideen bringt. Es lohnt sich allerdings definitiv nicht für die Anfängerin und auch die fortgeschrittene Färberin wird nur wenig Nutzen aus dem Buch ziehen, es sei denn sie will in die USA auswandern. Ein solches Buch wünschte ich mir für Europa.
*Mit dem Projekt fibershed möchte sie ein Jahr lang sich nur in die Dinge kleiden, die sie in einem Umkreis von 150 Meilen um ihre Basis herum findet. Zu ihrem Glück lebt sie in Kalifornien und so findet sie in diesem Umkreis nicht nur Bio-Baumwollfarmen mit angeschlossener Spinnerei und Weberei, sondern auch Alpaka, Angora, diverse Schafherden und sogar Kaschmir und Llamas. Ganz ehrlich, bei der Diversität hätte ich auch kein Problem damit mich nur in das zu kleiden, was ich im Umkreis von rund 250 km um mein Haus herum fände. Aber lassen wir das einmal im Raum stehen. Das Grundkonzept der fibershed und auch ihres Buches ist gut. Es geht vor allen Dingen um Nachhaltigkeit und den Versuch möglichst von dem globalen Handeln wegzukommen, dass uns und unsere Umwelt im großen Maße zerstört und wieder regional zu denken.
Handspindel 07.07.2011, 09.29 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Färbebücher
.
A question that sometimes drives me hazy: am I or are the others crazy? - Albert Einstein
If you can't explain it simple, you don't understand it well enough - Albert Einstein
If a thing's worth doing, it's worth doing it well.
Do what you can, with what you have, wherever you are. - Theodore Roosevelt
meine flickr Bilder






